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Mykola Muraschko „Am Dnjepr“ (Öl auf Leinwand, 1890er Jahre, 75 cm x 63 cm)

Berlin - Mykola Muraschko stieg im Umfeld Ilja Repins zu einem namhaften Künstler auf, und für die Ukraine wurde er einer der bedeutendsten Maler und Kunsterzieher. Seine Porträts, Landschaften und Genrebilder fügen sich in die große Tradition des russischen Realismus ein. Ein klarer Fall für unsere biografische Reihe ...

Geboren wurde er 1844 in Gluchow (heute Hluchiw, Oblast Sumy in der Nordostukraine) als Sohn des Iwan Muraschko, eines angesehenen Ikonenmalers. Früh interessierte er sich für die Kunst und kopierte Bilder aus Büchern. 1858 zog die Familie noch Kiew. Der Maler und Kunstlehrer Iwan Soschenko riet ihm, Kunst zu studieren, und so begab er sich 1863 nach Sankt Petersburg.

Er schrieb sich dort an der Kaiserlichen Kunstakademie ein und lernte Ilja Repin kennen, welcher ihm ein enger Freund wurde. Aufgrund gesundheitlicher Problem mußte er das Studium jedoch 1866 abbrechen und ging im Folgejahr, immerhin mit einer Lehrbefugnis der Akademie ausgestattet, zurück nach Kiew.

Er arbeitete zunächst als Lehrer am Gymnasium, bis er 1875 vom Rektor der St.-Wladimir-Universität in Kiew die Erlaubnis zur Leitung einer privaten Zeichenschule erhielt. Diese öffnete noch im selben Jahr als „Kiewer Zeichenschule“ ihre Pforten und sollte bis 1901 bestehen. Mit Wassyl Tarnowskyj junior fand sie einen bedeutenden Förderer, konnte Lehrer wie Michail Wrubel, Iwan Selesnjow oder Iwan Trusch beschäftigen und zählte unter anderem Kostjantyn Kryschyzkyj, Iwan Jischakewytsch und Mykola Pymonenko zu ihren Schülern.

Er hatte als Lehrer hohe Ansprüche an sich selbst und wollte seinen Schülern bestes Wissen vermitteln, zum Zweck der Fortbildung besuchte er verschiedene Kunstschulen und -akademien wie Rom, Paris, Bologna, Krakau, Florenz und Wien. Auch darüber hinaus sorgte er für eine deutliche Belebung des ukrainischen Kunstlebens, so wurde auf sein Bestreben in Kiew ab 1877 eine jährliche Kunstausstellung veranstaltet, wo Werke von Malern des Realismus gezeigt wurden.

Er befaßte sich intensiv mit der Landschaftsmalerei, und einige dieser Gemälde wurden vom Museum der Akademie erworben. Zudem entstanden auch Porträts, etwa von Ilja Repin und Taras Schewtschenko, welche sich nahtlos in die große Schule des russischen Realismus einfügten. Als Kunstkritiker verteidigte er diese Strömung mit großem Enthusiasmus, modernen Malweisen stand er ablehnend gegenüber. Erwähnt werden sollte auch, daß er Illustrator der ersten russischen Ausgabe der Märchen Hans Christian Andersens war.

1901 wurde Muraschkos Zeichenschule zur Kiewer Kunstschule umorganisiert und der Akademie von Sankt Petersburg unterstellt. Muraschko zog sich weitgehend ins Private zurück, mit einer Rente unterstützt von dem Mäzen Iwan Tereschtschenko, welcher zuvor bereits die Kunstschule gefördert hatte.

Muraschko schrieb 1907 noch seine Lebenserinnerungen, welche in drei Bänden erscheinen sollten; 1909 starb er in seinem Gartenhaus in Bucha bei Kiew und wurde auf dem Friedhof von Lukyanovka beigesetzt. Sein Stiefneffe Oleksandr Muraschko, welcher seine langjährige Unterstützung erfahren hatte, trat als begabter Maler des Impressionismus hervor.

 

Verweise:

http://www.encyclopediaofukraine.com/display.asp?linkpath=pages\M\U\MurashkoMykolaI.htm
https://arthive.com/de/artists/13709~Nikolai_Iwanowitsch_Murashko

 

Der ukrainische Realist Mykola Muraschko https://art-depesche.de/images/Am_Dnjepr.jpg Ruedi Strese