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David Klöcker Ehrenstråhl „Selbstporträt mit Allegorien“ (Öl auf Leinwand, 1691, 178 cm x 145,5 cm, Nationalmuseum Stockholm)

Berlin – Im 17. Jahrhundert befand sich Schweden nicht nur an der geographischen, sondern auch an der kulturellen Peripherie Europas. Eine eigenständige Malerei gab es in Skandinavien ebensowenig wie in weiten Teilen Osteuropas. So nimmt es nicht wunder, daß es im Grunde ein deutscher Import war, welcher die hohe Malerei Schwedens ins Leben rief. Schauen wir also, was es mit diesem Mann auf sich hatte ...

1628 wurde Hamburg zum Geburtsort David Klöckers, einem von neun Kindern eines gewissen Johann Klöcker. Der junge Mann ging 1648 nach Amsterdam, um Malerei zu studieren. Die Niederlande erlebten dank ihres weltweiten Handelsnetzes gerade ihr Goldenes Zeitalter, Kunst und Kultur blühten, speziell die Malerei brachte Heerscharen von Meistern hervor, darunter Rembrandt, Vermeer oder Frans Hals. Der Lehrer Klöckers war der heute kaum noch bekannte Porträt- und Tiermaler Juriaen Jacobsze (1624-1685).

Der schwedische Marschall Carl Gustav Wrangel war im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) reich geworden und lud Klöcker nach Schweden auf sein gerade errichtetes Schloß Skokloster ein. Dieser folgte dem Ruf und fand das Wohlwollen der schwedischen Königin Hedvig Eleonora, Gattin des Königs Karl X. Gustav, welche ihm ein weiterführendes Studium in Italien ermöglichte.

Von etwa 1654 bis 1661 währte dieses Studium, außerdem besuchte Klöcker den englischen und den französischen Hof, bevor er nach Schweden zurückkehrte und Anstellung als Hofporträtmaler fand. Schweden war vor allem durch den Dreißigjährigen Krieg gerade erst zur Großmacht aufgestiegen und hatte nun ein entsprechendes Repräsentationsbedürfnis.

Die Auftragslage für Klöckers meisterliche und elegante Barock-Arbeiten war so überwältigend, daß er seine Verpflichtungen nur mit einem großen Stab von Mitarbeitern erfüllen konnte, so tauchen heute immer mal wieder Gemälde auf, welche etwas vage dem „Ehrenstråhl-Kreis“ zugerechnet werden. 1674 wurde er schließlich geadelt, wobei er auch seinen Beinamen „Ehrenstråhl“ annahm.

Neben den repräsentativen Porträts, etwa von Wrangel, König Karl XI, Erik Dahlberg oder Georg Stiernhielm, entstanden auch allegorische Wandbilder und prachtvolle Deckengemälde. In jener Zeit (etwa 1670-75) schuf er auch sein größtes Werk, das Deckenfresko „Heldentaten der schwedischen Könige“ im Saal des schwedischen Ritterhauses. An der Decke des nun „Ehrenstråhlsalongen“ betitelten Saales im Schloß Drottningholm, dem heutigen Privatwohnsitz der schwedischen Königsfamilie, entstand 1695 eine zweite Fassung.

Ein weiterer Teil des Werkes sind Tiergemälde, insbesondere von Pferden und Hunden. Als David Klöcker Ehrenstråhl 1698 in Stockholm verstarb, hatte er die barocke Malerei in Schweden auf eine beachtliche Höhe gebracht und vor allem auch zahlreiche Schüler auf ihren Weg geführt, darunter seine Tochter Anna Maria Ehrenstråhl, seinen Neffen David Krafft und Mikael Dahl.

 

Verweise:

https://sok.riksarkivet.se/sbl/Presentation.aspx?id=16718
http://www.artnet.de/künstler/david-klocker-von-ehrenstrahl/
https://www.catplus.de/tiermalerei/david-kloecker-ehrenstrahl/
https://www.booklooker.de/Bücher/Angebote/titel=Drucke+des+höfischen+Barock+in+Schweden+Der+Stockholmer+Hofmaler+David
https://www.dbnl.org/tekst/houb005groo01_01/houb005groo01_01_0203.php

David Klöcker Ehrenstråhl – „Vater der schwedischen Malerei“ https://art-depesche.de/images/Selbstportraet_mit_Allegorien.jpg Ruedi Strese