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Oscar Törnå „Sommerlandschaft bei Justerö“ (Öl auf Leinwand, 1892, 72,5 cm x 93 cm)

Berlin - In den letzten Wochen haben wir auf unserer Seite mehrere skandinavische Künstler vorgestellt. Es wäre ja möglich, sich nach dem Grund dessen zu fragen. Die Antwort wäre einfach: Warum nicht? Es gibt dort Einiges zu entdecken, und wir möchten unsere Leser gerne an diesen Entdeckungen teilhaben lassen. Oscar Emil Törnå, um den es heute gehen soll, war ein schwedischer Pleinairmaler, der sich sowohl vom französischen Naturalismus als auch (durch Ablehnung) von der späteren Düsseldorfer Malerschule beeinflussen ließ.

Geboren wurde er (wie oft haben Absätze unserer Artikel nun schon so begonnen?) 1842 in Kättilstadt in der südostschwedischen Provinz Östergötland. Der Vater war französischer Abkunft. Mit 14 Jahren begann er eine Ausbildung im Handel, doch brach die künstlerische Neigung immer stärker durch, und 1863, im Alter von 20 Jahren, konnte er dank finanzieller Unterstützung wohlhabender und -gesonnener Nachbarn ein Studium an der Königlichen Kunstakademie in Stockholm beginnen.

1868 durfte er erstmals an der offiziellen Jahresausstellung der Akademie teilnehmen, und 1870 wurde er für eines seiner ersten Landschaftsbilder mit einer Königlichen Medaille geehrt. Auf ein Stipendium wollte er jedoch nicht erst warten, und so begab er sich 1873 auf eigene Faust nach Düsseldorf, wo er ein Jahr lang blieb und die Düsseldorfer Malerschule kennenlernte. Deren große Zeit war jedoch die späte Romantik gewesen, diese war nun vorüber, und der nicht so begeisterte Törnå blieb nur bis 1874.

Dieses Jahr brachte ihm nämlich sein Reisestipendium, und er brach über Brüssel nach Paris auf, wo er den Salon besuchte und sich von der neuen naturalistischen Landschaftskunst angetan zeigte. Seine französischen Sommer verbrachte er unter anderem in der Umgebung von Fontainebleau und widmete sich der Freilichtmalerei, zauberte lyrische Wälder und Flüsse auf die Leinwand. 1877 nahm er schließlich selbst mit zwei Gemälden am Salon teil und fand dort großen Zuspruch; eines der Bilder wurde gar von dem Kunsthändler Adolphe Goupil erstanden. Die Beteiligung im folgenden Jahr war jedoch wenig erfolgreich, und so kehrte er nach Schweden zurück.

Freilichtmalerei war im Schweden jener Zeit noch weitgehend unbekannt; die meisten Künstler skizzierten lediglich im Freien, doch malten im Atelier, und so machte seine gleich organisierte erste schwedische Einzelausstellung einen mächtigen Eindruck. Die Königliche Akademie erwarb gleich mehrere Arbeiten als Lehrstücke für ihre Landschaftsklassen.

In der französisch inspirierten, auf die schwedische Landschaft übertragenen Freilichtkunst hatte Törnå nun seine Nische gefunden; er malte bevorzugt auf dem Stockholmer Schärengarten, in Östergötland und Södermanland. Er unterrichtete zudem selbst; einer seiner Schüler war Edvard Westman, der sich als Freilichtmaler der Skagen-Gruppe einen Namen machen sollte.

Obgleich die Akademie ihn durchaus unterstützt hatte, schloß er sich 1885 einer avantgardistischen Gruppe an, welche sich gegen die Akademie und deren angeblich oder tatsächlich einengende und veraltete Lehrmethoden wandte. Mit dieser stellte er jedoch lediglich ein einziges Mal aus, dann verließ er sie wieder, weil er den Ansatz als kontraproduktiv erkannte.

Allerdings war eine jüngere Malergeneration heraufgekommen, mit welcher er nun nicht mehr mithalten konnte, neuere Ansätze blieben ihm fremd, hinzu kam eine sich stetig verschlechternde Gesundheit, so daß seine Schöpferkraft in den letzten Jahren seines Lebens merklich zurückging. Er starb 1894 in Stockholm und wurde in der Kirche von Solna beigesetzt. Seine Werke sind unter anderem im Nationalmuseum und im Nordischen Museum in Stockholm, Im Museum von Malmö sowie im Kunstmuseum Göteborg zu besichtigen.

 

Verweise:

https://www.bukowskis.com/en/bukipedia/3323-oscar-torna
http://konstfeber.se/konstnarer/oscar-emil-torna/
http://www.artnet.com/artists/oscar-törnå/

 

Der schwedische Landschaftsmaler Oscar Törnå https://art-depesche.de/images/Sommerlandschaft_bei_Justeroe.jpg Ruedi Strese