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Eilif Peterssen „Sommernacht“ (Öl auf Leinwand, 1886, 151 cm x 133 cm, Nationalmuseum Oslo)

Berlin – Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die vom Symbolismus inspirierte nationale Schule der Neoromantik die wichtigste Strömung der bildenden Kunst Norwegens. Wir haben bereits einige von deren Vertretern vorgestellt, darunter Theodor Kittelsen, Christian Skredsvig und Nicolai Astrup. Auch der heutige Kandidat unserer biographischen Reihe gehörte zu diesem Metier, auch viele seiner Bilder atmen, ungeachtet starker französischer Einflüsse, jene typisch verzauberte Stimmung.

Hjalmar Eilif Emmanuel Peterssen wurde 1852 in Kristiania, heute Oslo, geboren. Von 1866 bis 1870 besuchte er die dortige Staatliche Handwerks- und Kunstindustrieschule, ab 1869 auch die private Malschule von Johan Fredrik Eckersberg. Nach dessen Tod 1870 wurde sie von Knud Bergslien und Morten Müller weitergeführt, Peterssen blieb noch bis 1871, dann ging er nach Kopenhagen.

In der dänischen Hauptstadt schrieb er sich an der Königlichen Kunstakademie ein, doch noch im selben Jahr ging es weiter nach Karlsruhe. Dort lernte er bis 1873 bei Ludwig des Coudres und Wilhelm Riefstahl. Dies war nicht das Ende seiner Lehrjahre, es folgte eine Zeit an der Münchner Akademie bei Wilhelm Diez und Franz von Lenbach. Hans Heyerdahl war sein Kommilitone, überdies machte er die Bekanntschaften berühmter Maler wie Karl von Piloty und Arnold Böcklin. Die Münchner Zeit brachte mit dem Historiengemälde „Christian II. unterzeichnet das Todesurteil von Torben Oxe“ (1875/76) den künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. Auch einige seiner besten Porträts, etwa von den Malerkollegen Hans Heyerdahl, Harriet Becker und Adolf Heinrich Lier, entstanden in jenen Jahren.

Er orientierte sich zunächst stark an den erdigen Farbtönen, welche die Münchner Schule bevorzugte, doch eine Reise nach Italien 1879 führte zu einer Adaption der mittlerweile sehr populären Pleinairmalerei, irgendwo zwischen Naturalismus und Impressionismus. 1883 besuchte er erstmals die bedeutende Freilichtmalerkolonie in Skagen, Dänemark, bewegte sich im Kreis der Skagen-Maler Peder Severin Krøyer, Michael und Anna Ancher und Christian Krohg.

1885 ging er mit dem norwegischen Impressionisten Frits Thaulow nach Venedig; die dort entstandenen Bilder stehen klar unter dem Eindruck der französischen Lichtmalerei, doch seine bedeutendsten Landschaftsbilder, darunter unser Titelbild, welche die impressionistische Lichterfahrung mit äußerster Akribie verbanden, entstanden in den Folgejahren in seiner norwegischen Heimat.

Er schuf weiterhin Porträts, darunter solch berühmter Männer wie Henrik Ibsen oder Edvard Grieg, ließ sich in späteren Jahren auch vom Symbolismus und den Präraffaeliten beeinflussen. Als sich Norwegen 1905 von der schwedischen Krone trennte, wurde er mit der Gestaltung des neuen norwegischen Wappens beauftragt. Auch seine Rolle als Lehrer ist zu erwähnen, sein berühmtester Schüler dürfte der Symbolist Harald Sohlberg gewesen sein. Seine letzte Auslandsreise führte Eilif Petersen 1920/21 zur Landschaftsmalerei nach Frankreich. Er starb 1928 in Lysaker.

 

Verweise:

https://www.nasjonalmuseet.no/en/collection/object/NG.M.02745
http://www.artnet.de/künstler/eilif-peterssen/
https://snl.no/Eilif_Peterssen
https://nkl.snl.no/Eilif_Peterssen
https://art-depesche.de/malerei/784-knud-bergslien-lehrer-der-nationalen-malerschule-norwegens.html

Aus Norwegens neuromantischer Schule: Eilif Peterssen https://art-depesche.de/images/Sommernacht.jpg Ruedi Strese