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Evgeny Bolsoboev „Schamanische Wege“ (Acryl auf Leinwand 2009, 75 cm x 100 cm)

Berlin – Evgeny Bolsoboev, Maler, Graphiker und Bildhauer aus der burjatischen Hauptstadt Ulan-Ude, gehört zu den beeindruckendsten Künstlern der Berliner Galerie ARS PRO DONO. In welchem Metier er auch schafft, all seine Schöpfungen eint ein archaischer und majestätischer Ausdruck, Zeugnis einer tiefen Traditionsverbundenheit und Würde. Bis zum 30. September 2021 wird die aktuelle Ausstellung „Nomadisches Asien“ noch zu sehen sein.

Gleich vorneweg: Der Verfasser gesteht, selbst mehrere Kunstwerke Bolsoboevs zu besitzen. Wer ihm Befangenheit vorwirft, liegt also ohne Frage richtig. Zu sehen gibt es einen repräsentativen Querschnitt aus dem Schaffen des Meisters, sowohl was die Entstehungszeit, als auch den Bereich angeht, vertreten ist der Linolschnitt ebenso wie das Gemälde und die Bronzeskulptur. Dabei sind verschiedene Werkphasen zu beobachten.

Beginnen wir mit dem malerischen Teil, welcher hier mit frühen Werken von 2003 beginnt. Die magische Thematik und die archaische Stimmung sind von Anfang an erkennbar, doch sehen wir sie als Vorbereitung des Kommenden; seinen Höhepunkt fand der Individualstil 2009, etwa mit den faszinierenden Gemälden der Reihe „Schamanische Wege“, welche die Reise der Schamanen in die Welt der Geister thematisieren.

Der malerischen Erkundung folgte eine Zeit, in welcher der Schwerpunkt bei graphischen Arbeiten lag. Bolsoboevs Linolschnitte gehören seit langem zum Basisbestand der Galerie, einige der Motive wurden auch als Postkarten verlegt. Tier- und Jagdmotive, nomadisches Leben und natürlich der Schamanismus treten uns auf den zwischen 2009 und 2017 entstandenen Arbeiten entgegen.

Als besonders gewichtig, und das nicht nur im physikalischen Sinne, erweisen sich die rezentesten Kreationen, die Bronzeskulpturen. Hier erweist sich der Künstler als Meister seines Fachs, der seinen wiederum unverkennbaren Stil zur Perfektion gebracht hat. Es fällt schwer, sich der mystischen Kraft von Schöpfungen wie „Himmlisches Vollblut“, „Fliegender Schamane“ oder „Triumph“ zu entziehen.

Einige weitere Arbeiten jüngsten Datums sind bislang noch unterwegs und werden hoffentlich demnächst an ihrem Bestimmungsort eintreffen. All diese Werke, so vielseitig sie sein mögen, sind unverkennbar von einer Hand geschaffen, und wir möchten uns den Künstler als Medium vorstellen, durch welches der Mythos des burjatischen Volkes selbst spricht.

Wir können unseren Lesern diese Ausstellung also nur dringend ans Herz legen und möchten bei der Gelegenheit geich darauf hinweisen, daß wir Evgeny Bolsoboev einige Fragen für ein Interview geschickt haben, welches hoffentlich in Bälde an dieser Stelle erscheinen wird. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/?language=de&cPath=60_138&cat=c138_Evgeny-Bolsoboev-evgeny-bolsoboev.html
https://art-depesche.de/malerei/509-mongolischer-wind-–-zentralasiatische-kunst-in-berlin.html

Kunst des nomadischen Asiens: Evgeny Bolsoboev in Berlin https://art-depesche.de/images/Schamanische_Wege.jpg Ruedi Strese