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Juan de Arellano „Kleiner Blumenkorb“ (Öl auf Leinwand, 1671, 84 cm x 105,5 cm, Museum der schönen Künste in Bilbao)

Berlin – Ihm wird nachgesagt, sich aus rein kommerziellen Gründen auf das Malen von Blumenstilleben fokussiert zu haben, da diese mit vergleichsweise geringem Arbeitsaufwand ein hohes Einkommen ermöglichten. Das hinderte ihn allerdings nicht darin, ein Meister seines Faches zu werden, sogar der bedeutendste, den das barocke Spanien hatte.

Getauft und demnach wohl auch geboren wurde Juan de Arellano 1614 im 50 Kilometer östlich von Madrid gelegenen Santorcaz. Über seine Jugendjahre ist kaum etwas bekannt. Erstmals wird er 1636 in Madrid erwähnt, als Gehilfe von Juan de Solís, einem eher mäßigen Landschaftsmaler. Zuvor soll er bereits in Alcalá de Henares sein handwerkliches Rüstzeug erworben haben.

Früh bereits spezialisierte er sich auf seine Blumenmotive, mit welchen er ab 1646 große Erfolge einfuhr. Er ließ sich dabei wohl vor allem von flämischen Malern beeinflussen, darunter von Jan Brueghel dem Älteren, auch als Blumen-Brueghel bekannt, doch auch der Antwerpener Jesuit Daniel Seghers scheint sein Schaffen inspiriert zu haben. Ein weiterer Einfluß waren die Blumenarrangements des Italieners Mario Nuzzi (Mario de' Fiori).

Lediglich zwei seiner überlieferten Bilder fallen nicht in das Stillebengenre; es handelt sich bei diesen um religiöse Großgemälde. Ansonsten gibt es kunstvoll arrangierte Blumen in Körben und Vasen sowie Blumenkränze, welche Landschaften sowie allegorische und religiöse Darstellungen umwinden, welche er jedoch von anderen Künstlern schaffen ließ.

Er hatte eine Werkstatt mit mehreren Gehilfen, wo er die überaus gefragten Werke in Serie produzierte; unter seinen Auftraggebern waren Kirchen und Klöster ebenso wie Adel und das wohlhabende Bürgertum. Selbst nach dem Tod des Meisters führte dessen Werkstatt das Werk fort, und seine Söhne, insbesondere José, versuchten zumindest, in seine Fußstapfen zu treten. Ganz ausfüllen konnten sie sie freilich nicht.

Wie zu jener Zeit üblich, standen seine Arrangements für gewöhnlich auf Steinsockeln; der Hintergrund war schlicht und, bei den früheren Arbeiten, dunkel gehalten; im Spätwerk fanden auch hellere Hintergründe Verwendung. Die Farben sind reichhaltig, die Vielfalt der dargestellten Spezies ist gewaltig; es konnten sich bis zu 50 davon in einem Gemälde finden. Botanischen Ansprüchen sollte damit nicht Genüge getan werden, es ging ganz um dekorative Wirkung, nicht um reales jahreszeitliches Aufeinandertreffen.

Juan de Arellano starb 1876 als gutsituierter Mann in Madrid. Er war kein Neuerer, doch unbestreitbar ein technisch und kompositorisch außerordentlich fähiger Mann. Wir finden seine Werke in namhaften Sammlungen wie dem Prado in Madrid, im Museo Bilbao, der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister oder dem Louvre.

 

Verweise:

https://www.ernst-von-siemens-kunststiftung.de/objekt/juan-de-arellano-blumenstillleben-um-1670.html
https://www.museodelprado.es/en/the-collection/artist/arellano-juan-de/241ae612-3ccd-4311-83e9-80c61fa262fc
http://www.artnet.de/künstler/juan-de-arellano/
https://www.museobilbao.com/in/obras-comentadas/arellano-juan-de-62

Juan de Arellano, Spaniens Meister des barocken Blumenstillebens https://art-depesche.de/images/Kleiner_Blumenkorb.jpg Ruedi Strese