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Carl Redin „Im späten September“ (Öl auf Leinwand)

Berlin – Von Schweden zum Südwesten der USA besteht bereits eine große Ferne was die Wegstrecke angeht, doch der landschaftliche Unterschied ist wohl noch um Einiges größer. Heute wollen wir einen gebürtigen Schweden vorstellen, welcher sich in die Landschaften von Kalifornien, Arizona und New Mexico verliebte und es mit dem aus dieser Liebe geborenen Werk in seiner neuen Heimat zu nationaler Bekanntheit brachte.

Mit vollständigem Namen hieß er Carl Adolph Hjalmer Persson Redin, er wurde 1892 bei Stockholm geboren. Früh soll er sich für Kunst interessiert haben, und so studierte er diese um 1906 für einige Zeit in der schwedischen Hauptstadt. Eines seiner frühen Porträts soll sogar an der Schwedischen Königlichen Akademie zu betrachten gewesen sein.

Die Armut seiner Familie war es, welche ihn 1913 zur Ausreise in die Vereinigten Staaten bewegte. Gerne wollte er dort arbeiten, um seine Angehörigen in der Heimat finanziell unterstützen zu können. In den USA angekommen, war er zunächst in Chicago, wo eine größere schwedische Gemeinschaft bestand, bei einem Bauunternehmer beschäftigt, für welchen er Lack- und Emaillearbeiten in Wohnungen ausführte. Allerdings scheinen ihm die Arbeit und die schlechte Luft in Chicago nicht sonderlich bekommen zu sein. Er erkrankte an Tuberkulose und zog 1916 nach New Mexico, dessen trockeneres und wärmeres Klima ihm geeigneter schien.

Er fuhr mit dem Zug zur Genesung nach Albuquerque und entdeckte während der Zeit im Sanatorium, verzaubert von der umgebenden Landschaft, die Malerei wieder für sich, verlegte sich anschließend ganz auf diese Profession. Er entwickelte einen frühmodernen Malstil, der in ähnlicher Weise in den Freilichtmalerkreisen New Mexicos gepflegt wurde, sichtlich unter impressionistischem Eindruck stehend, doch auch Bezüge zu Gauguin, van Gogh und dem Jugendstil lassen sich vermuten.

Mit Künstlern wie Nils Hogner, Ben Turner und Carl Von Hassler begründete Redin, als Santa Fe und Taos noch die unbestrittenen Kunstzentren New Mexicos waren, in Albuquerque eine eigene Künstlergemeinde. In der Stadt hatte er sein Atelier, doch malte er seine farbenfrohen und lebendigen Landschaften gerne an Orten wie Santa Fe, El Paso, verschiedenen Plätzen in Kalifornien und Arizona, etwa am Roosevelt Lake und entlang des Apache Trail. 1925/26 erzielte er mit seinem Gemälde „Red Earth“, einer Darstellung des Jemez Canyon, große Aufmerksamkeit. Der schwedische Kronprinz sah das Werk und erstand gleich mehrere Arbeiten Redins; sie gehören heute zur Sammlung der schwedischen Nationalgalerie in Stockholm.

1929/30 lehrte er für ein Jahr an der Universität in Albuquerque, danach eröffnete er ein neues Atelier in Lubbock, Texas und gab einen Sommerkurs am Texas Technological College. 1933 gewann er eine Goldmedaille Chicago Institute of Art. 1940 zog er schließlich wegen seiner sich zusehends verschlechternden Gesundheit nach Kalifornien, wo er 1944 verstarb. 1984/85 gedachte das Museum Albuquerque seiner in einer umfassenden Einzelausstellung.

 

Verweise:

https://www.adobegallery.com/artist/Carl_Redin_1892_1944145210836
https://owingsgallery.com/artists/carl-redin/biography
https://www.mutualart.com/Artist/Carl-Redin/8C57D2C86B1E7FB7
https://zaplinlampert.com/artist/carl-redin/
https://www.medicinemangallery.com/carl-redin-biography
https://americanart.si.edu/artist/carl-redin-3973
https://www.askart.com/artist/Carl_Adolph_Hjalmer_Persson_Redin/3132/Carl_Adolph_Hjalmer_Persson_Redin.aspx
https://www.ajpl.org/wp/wp-content/uploads/2017/04/Swedish-Artist-Painst-Superstitions.pdf
http://www.artnet.com/artists/carl-redin/biography

Carl Redin – ein schwedischer Landschafter in New Mexico https://art-depesche.de/images/Im_spaeten_September.jpg Ruedi Strese