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Madikhan Kalmahanov „Aitys (Wettstreit der Nomaden)“ (Öl auf Leinwand, 2019, 95 cm x 75 cm)

Berlin – Der kasachische Maler Madikhan Kalmahanov gehört seit einigen Jahren zu den Stammkünstlern der Galerie ARS PRO DONO in Berlin-Prenzlauer Berg; zuletzt hatte er dort Anfang 2019 eine Gemeinschaftsausstellung mit seinem Landsmann Abay Chunchalinov. Sein Werk ist farbenfroh und vielseitig, doch sein Hauptthema ist das Leben der Nomaden. Seine aktuelle Ausstellung „Herbstkuss“ geht bis zum 30. November 2021 und vereint Arbeiten der letzten fünf Jahre; ergänzt wird sie durch Skulpturen des tuwinischen Bildhauers Yuriy Oorzhak.

Madikhan Kalmahanov wurde 1974 in Kasachstan geboren und machte im Jahr 1997 seinen Abschluß an der Nationalen Kasachischen Kunstakademie. Er ist Mitglied der Vereinigung der Künstler der Republik Kasachstan.

Viel Mut zu leuchtenden Farben zeigen die Bilder, welche in einem fantasievollen Individualstil gehalten sind, welcher im Wesentlichen dem Realismus zugerechnet werden kann, bisweilen in einen spielerischen Surrealismus übergeht, sich auch mal abstrakt-dekorativer Ornamentik bedient. Trotz des lichtvollen Charakters der Bilder treten die Menschen, Tiere und Objekte im Vordergrund durch klare Linien hervor; impressionistische Auflösungstendenzen sucht man vergebens. Lediglich die Blumen und Gräser der Steppe leben mehr von dem, was man ahnt.

Die Steppe und ihre Bewohner: Damit sind wir auch schon bei Kalmahanovs Hauptthema. Menschen, Pferde und Hunde gehören hier zusammen, sind schicksalhaft verbunden. In drei neuen Bildern, die sich mit der mythischen Abkunft der Steppenbewohner befassen, sind Pferd und Reiter zu Kentauren verschmolzen, welche sich mit Musik- und Dichtkunst befassen. Unser Titelbild zeigt den Wettstreit zweier solcher Kentauren-Künstler.

Erst jüngst entstanden sind auch einige Darstellungen weiblicher Akte. Wie die Pferdebilder machen sie auf den Rezensenten allerdings einen etwas zu vordergründigen Eindruck. Deutlich interessanter sind dann wieder die folkloristisch inspirierten Stilleben wie „Östliche Nacht“ sowie zwei surreale Bilder um das Thema Wasser.

Der mit einigen Steinskulpturen vertretene Yuriy Oorzhak stammt aus der zu Sibirien gehörenden Republik Tuwa. Geboren wurde er 1959, und seit 1990 ist er Mitglied des Vereins der Künstler Rußlands; 2016 wurde ihm der Titel des „Verdienten Künstlers der Republik Tuwa“ verliehen.

Die bevorzugten Materialen für seine Skulpturen sind Serpentinit und Agalmatolith; er beschäftigt sich mit Themen der tuwinischen Tradition, dem Nomadenleben und Schamanismus; insbesondere mit der Rolle, welche Tiere dabei spielen.

Die Galerie ARS PRO DONO befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/malerei/485-nomaden-–-werke-zweier-kasachischer-maler-in-der-galerie-ars-pro-dono.html
https://www.arsprodono.de/?language=de&cPath=77_107&cat=c107_Madikhan-Kalmakhanov-madikhan-kalmakhanov.html
https://www.arsprodono.de/?language=de&cPath=77_177&cat=c177_Juriy-Oorjak-juriy-oorjak.html

„Herbstkuss“ – Neue Bilder von Madikhan Kalmahanov in Berlin https://art-depesche.de/images/Aitys_Wettstreit_der_Nomaden.jpg Ruedi Strese