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Norton Bush „Sonnenuntergang in den Tropen“ (Öl auf Leinwand, 1878)

Berlin – Wir hatten auf unserer Seite bereits mehrere Protagonisten der Hudson River School vorgestellt, einer amerikanischen Ausprägung der späten Romantik, welche einen besonders lichtvollen Stil, den Luminismus, hervorbrachte. Hierbei wurden Landschaften bevorzugt aus erhöhter Perspektive dargestellt und in ein mystisches Licht getaucht. Zu dieser Strömung gehörte auch Norton Bush, welcher diesen Stil jedoch vornehmlich auf mittel- und südamerikanische Landschaften anwandte.

Geboren wurde Bush in Rochester im US-Bundesstaat New York. Dort nahm er noch als Jugendlicher seinen ersten professionellen Kunstunterricht bei einem gewissen William Harris, ging dann nach New York City, wo ihn Jasper Francis Cropsey, ein bedeutender Vertreter der Hudson River School, unterrichtete. Auch der große Frederic Edwin Church gehörte zu seinen Unterstützern.

Church hatte selbst den luministischen Stil mit entwickelt. Ähnlich dem etwas später auftauchenden französischen Impressionismus wurde hier besonders auf die Wirkung des Lichtes geachtet. Dies war es jedoch mit den Gemeinsamkeiten, denn die Darstellung sollte möglichst detailliert, Pinselstriche sollten nach Möglichkeit nicht mehr erkennbar sein. Die Atmosphäre war transzendent und mystisch, das Erbe der deutschen Romantik unverkennbar.

Jedenfalls soll es Church gewesen sein, der Bush überzeugte, sich mit den Landschaften Lateinamerikas auseinanderzusetzen. Bush wählte zwar letztlich seinen festen Wohnsitz in San Francisco, Kalifornien, wo er auch ein Atelier eröffnete, doch bereiste regelmäßig die Länder des Südens, zuerst 1853 (sogar bevor er nach Kalifornien kam) den Dschungel Nicaraguas. 1854 konnte er bereits seine ersten Gemälde tropischer Länder in San Francisco zur Schau stellen.

Er erhielt ungewöhnlich bedeutende Aufträge. Waren es zunächst Bestellungen für Landschaftsgemälde der Sierra Nevada oder Neu-Englands, brachten ihn reiche Auftraggeber immer wieder nach Lateinamerika. Der Bankier William Chapman Ralston engagierte ihn, die Landschaften Panamas, einschließlich des Río Chagres, zu malen. Der Eisenbahnunternehmer Henry Meiggs ließ sich Peru auf die Leinwand bringen. Edwin B. Crocker, Richter am Supreme Court, bestellte Landschaften Nicaraguas; seine Witwe stiftete diese später dem bis heute bestehenden Crocker Art Museum in Sacramento, Kalifornien.

Organisiert war er in der California Art Association; von 1878 bis 1880 leitete er die San Francisco Art Association. Mehrfach erhielt er die Goldmedaille der California State Fair, deren Kunstabteilung er auch lange vorstand, und bei der 1893 anläßlich des 400. Geburtstages Columbus' in Chicago veranstalteten World's Columbian Exposition war er nicht nur vertreten, sondern fungierte zudem als Leiter der kalifornischen Sektion. Er starb 1894 in Oakland, Kalifornien (wahlweise an einer Herzattacke oder Erkältung, in beiden Fällen wird die Arbeit in Chicago als Hintergrund genannt) und wurde in der Unitarier-Kirche in San Francisco beigesetzt.

 

Verweise:

http://www.californiapioneers.org/collections/art/artists/norton-bush/
https://www.newspapers.com/clip/35306860/norton-bush-artist-whose-work-was-in/
https://lagunaartmuseum.org/artist/norton-bush/
https://www.crockerart.org/
https://www.questroyalfineart.com/genre/hudson-river-school/?tax_name=genre&tax_id=491&alphabet_sort=newest

Norton Bush: Von der Hudson River School nach Lateinamerika https://art-depesche.de/images/Sonnenuntergang_in_den_Tropen.jpg Ruedi Strese