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Rudolf Schick „Lautenspielerin am Brunnen“ (Öl auf Leinwand, 90 cm x 53 cm)

Berlin – Der Symbolismus Arnold Böcklins kann als später Ausläufer der Romantik betrachtet werden, welcher in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts so manchen Künstler in seinen Bann zog. Der Berliner Rudolf Schick gehörte zum engeren Umkreis des Schweizer Meisters. Aus seinen Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen tritt uns ein begabter und vielseitiger Künstler entgegen, der seine Vorbilder nicht verleugnet.

1840 in Berlin war es, daß er diese Welt erblickte. Sein Studium begann er 1858 an der Königlich Preußischen Kunstakademie bei Wilhelm Schirmer, einem zu Unrecht vergessenen Meister mystischer und poetischer Landschaften (nicht zu verwechseln mit dem ungleich berühmteren Düsseldorfer Johann Wilhelm Schirmer). Sein Studium in Berlin währte bis 1864, mit einer Zeit in Bayern 1861/62.

1864 wurde der große Staatspreis für Historienmaler für die beste Umsetzung des Themas „Der gefesselte Prometheus, von Okeanos und den Nereiden betrauert“ ausgelobt; der Gewinner hieß Rudolf Schick. Dank dieses Erfolges war es ihm möglich, zu Studienzwecken Paris, London, Tirol und Italien zu bereisen.

In Rom fand er Anschluß an Arnold Böcklin, dessen Schaffen ihn nachhaltig prägte; insbesondere in unserem Titelbild ist dies wohl unverkennbar. Böcklin seinerseits schätzte den 13 Jahre jüngeren Kollegen, und als er für einen Auftrag für Fresken nach Basel ging, lud er ihn zur Mitarbeit ein. Es entstanden drei Wandgemälde zu biblischen Themen, welche sich heute im Kunstmuseum Basel befinden.

1869 ging Schick nach Berlin zurück, welches fortan seinen Lebensmittelpunkt darstellen sollte, obgleich es ihn auch später noch mehrmals nach Italien ziehen sollte. Für den Gutsbesitzer und Kunstsammler Fritz von Farenheid kopierte er dort um 1870 einige Renaissancegemälde, und in Berlin entstanden Deckengemälde für einen privaten Auftraggeber.

Seine repräsentativen Ölgemälde stehen unbestreitbar unter dem Bann der Deutschrömer und vor allem Böcklins, dagegen stehen kleinere Ölstudien und Aquarelle, welche von höchster Lebendigkeit und Realitätsnähe sind, exzellent gezeichnet und bisweilen an Menzel denken lassen. 1876 erschien im Stuttgarter Engelhorn-Verlag ein Prachtband „Italien. Eine Wanderung von den Alpen bis zum Aetna“, zu welchem Schick 43 Zeichnungen beisteuerte; andere prominente Mitwirkende waren Anton von Werner, Franz Skarbina und Gustav Schoenleber.

1879 heiratete er und reiste mit seiner Gattin erneut nach Italien, doch währte das Glück nicht lange, denn die angeschlagene Gesundheit machte dem Künstler zusehends zu schaffen. Dennoch entstanden noch zahlreiche Arbeiten, vor allem Aquarelle und Zeichnungen, darunter einige Illustrationen zu Werken Goethes. Nachdem Rudolf Schick 1887 verschieden war, ehrte ihn die Nationalgalerie mit einer großen Ausstellung, auch kaufte sie zwei seiner von Böcklin beeinflußten Werke, „Hirtenidyll“ und „Quell-Einsamkeit“; beide gelten heute als verschollen.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/rudolf-schick/
https://www.deutsche-biographie.de/sfz78260.html
https://sammlung.belvedere.at/people/1996
https://kunsthandel-koskull.de/kunst-vor-1900/rudolf-schick/
https://www.bildindex.de/gnd-beacon/134064429

Rudolf Schick: Zwischen Berlin und Böcklin https://art-depesche.de/images/Lautenspielerin_am_Brunnen.jpg Ruedi Strese