static-aside-menu-toggler
gkSearch
Henning Kürschner „o. T.“ (Öl auf Leinwand, 2001, 90 cm x 70 cm)

Berlin – An der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und ungebundenem Formenspiel changiert das Oeuvre des in Berlin und Potsdam zu verortenden Malers Henning Kürschner. Am 2. Oktober 2021 ist er 80 Jahre alt geworden, und die Galerie Berlin in der an Galerien reichen Auguststraße in Berlin-Mitte nimmt dies zum Anlaß einer schlicht „HENNING KÜRSCHNER 80“ betitelten Werkschau, zu sehen bis zum 4. Dezember 2021, die uns als Aufhänger einer kurzen Vorstellung dieses Künstlers dienen mag.

Geboren wurde (man könnte sich dies freilich selbst errechnen) Kürschner am 2. Oktober 1941in Wernigerode. Ab 1961 studierte er zunächst Kunstgeschichte und Germanistik in Mainz und Tübingen, ging jedoch 1963 nach Berlin und studierte bei Fred Thieler an der Hochschule für Bildene Künste Malerei. Von 1967 bis zu deren Ende 1968 war er Mitstreiter der avantgardistischen Ausstellungsgemeinschaft „Großgörschen 35“, dann ging er wieder eigene Wege.

Durchaus erfolgreich, so erhielt er 1971 den Rompreis der Villa Massimo, 1972 den Premio Città di Garda und 1975 schließlich den Preis der Neuen Darmstädter Sezession. 1976 lehrte er an der Fachhochschule Hildesheim. Ab 1977 bereiste er jährlich Lanchania in Griechenland. Eine Professur an der Fachhochschule Münster wurde ihm 1979 verliehen, von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2007 war er dann Professor an der Hochschule (ab 2001: Universität) der Künste Berlin. Seit 2000 hat er sein Atelier in Potsdam, und bis heute ist er schöpferisch tätig.

Wer seine Werke über die Jahrzehnte betrachtet, wird feststellen, daß Kürschner seit langem einen eigenen Stil entwickelt hat, welcher sich durch kontrollierte Expressivität, kraftvollen Pinselstrich und starke Farben auszeichnet. Abstraktion und Figürlichkeit finden sich in seinem Werk, nicht als starre Prinzipien, sondern als Möglichkeiten, die der Maler frei nutzt.

Er selbst äußerte sich einst dahingehend, daß die Frage „Gegenständlichkeit oder Abstraktion“ für ihn obsolet sei, „die ideologischen Schlachten interessieren nicht“. Auch sei ihm „ein forcierter Avantgardismus um des partout nicht nicht Dagewesenen willen“ ebenso suspekt, wie ein „verknöcherter Akademismus, der sich in verbrauchten Schemata einrichtet“ zuwider.

Farbwahl, manche Formen und die Grundstimmung erinnern bisweilen an Matisse, doch nicht im Sinne eines Kopierens, eher so, wie im Enkel Züge des Großvaters hervortreten mögen. Ganz grob könnten wir auch sagen: So, wie Christoph Bouet (ebenfalls von der Galerie Berlin vertreten) sich zu Claude Monet verhält, verhält Henning Kürschner sich zu Henri Matisse. Das ist natürlich plakativ, aber anschaulich.

Kürschners Vorliebe ist nicht im Zeichnerischen und noch weniger im Inhaltlichen auszumachen, er ist Maler durch und durch, welcher der lebendigen Farbwirkung jeden nur möglichen Raum gibt. So haben wir hier einen durchaus beachtenswerten Maler, dessen Bilder bei genauerer Betrachtung eher gewinnen.

Die Galerie Berlin befindet sich in der Auguststraße 19 in 10117 Berlin. Besuche sind derzeit nach vorheriger Terminabsprache von Mittwoch bis Sonnabend von 13-18 Uhr möglich. Kontakt per Telefon (030 - 251 44 20), per Fax: (030 - 251 56 15) oder per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!). Es gelten die offiziellen Corona-Auflagen.

 

Verweise:

https://www.galerie-berlin.de/
https://www.galerie-berlin.de/artists/henning_kuerschner/works
https://www.berlin.de/kunst-und-kultur-pankow/einrichtungen/galerie-parterre-berlin/archiv/2010/artikel.1041318.php
http://www.artnet.de/künstler/henning-kürschner/

Galerie Berlin: Henning Kürschner zum 80. https://art-depesche.de/images/Henning_Kuerschner.jpg Ruedi Strese