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Petrus Christus „Bildnis einer jungen Dame“ (Tempera und Öl auf Holz, ca. 1470, Gemäldegalerie Berlin)

Berlin – In den letzten Jahren sind die Erkenntnisse über den Einfluß verschiedener Arten von Licht auf die Haltbarkeit und Wirkung von Kunstwerken gewachsen, und die LED-Technologie findet in Museen und Galerie zunehmend Einsatz. Auch die Berliner Sammlungspräsentation Alter Meister, die zur Nationalgalerie gehörende Gemäldegalerie am Kunstforum, hat sich ausgiebige Gedanken gemacht und wird nun im Zeitraum der nächsten zwei Jahre ab dem 25. Oktober 2021 ihre Räumlichkeiten sukzessive nach einem neuen Beleuchtungskonzept umgestalten.

Da sei zunächst einmal ins Gedächtnis gerufen, welch bedeutende Meister dieses Haus beherbergt, von Gotik und Renaissance bis Barock und Rokoko:

Hans Holbein der Jüngere. Lucas Cranach der Ältere. Albrecht Dürer. Jan van Eyck. Petrus Christus. Rogier van der Weyden. Sandro Botticelli. Tizian. Raffael. Rembrandt. Jan Vermeer. Peter Paul Rubens. Adam Elsheimer. Albrecht Altdorfer. Hans Baldung. Jan Gossaert. Pieter Bruegel der Ältere. Hieronymus Bosch. Adriaen Brouwer. Anthonis van Dyck. Frans Hals. Paulus Potter. Jan Steen. Fra Angelico. Filippo Lippi. Giovanni Bellini. Bronzino. Canaletto. Diego Velázquez. Claude Lorrain. Antoine Watteau. Thomas Gainsborough. Jean Baptiste Chardin.

Usw., usf.: Mehr Prominenz geht es nicht. Aber wer sich für Alte Meister interessiert, weiß das natürlich.

Nach den als Energiesparlampen bezeichneten amtlich verordneten Rohrkrepierern konnte sich mit den LED-Lampen ganz ohne Kampagnen ein tatsächlich zukunftsweisendes (und energiesparendes) Konzept durchsetzen. Die Praktikabilität für Ausstellungsräume ist längst bewiesen, und immer mehr Einrichtungen gehen diesen Weg; nun auch die Gemäldegalerie.

Grundsätzlich soll zukünftig das Oberlicht in den Ausstellungsräumen reduziert werden, die Grundbeleuchtung harmonischer und sparsamer, dafür sollen Spots die einzelnen Werke hervorheben, eine präzise Ausleuchtung ist hier möglich, oder auch die Zusammenfassung bestimmter Werkgruppen. Hier eröffnen sich zusätzlich zur Hängung ganz neue Spielräume.

Außerdem wird bedarfsabhängige Dimmung möglich sein, was vor allem bei der Präsentation stark lichtempfindlicher Arbeiten wie Rötelzeichnungen oder Radierungen von unschätzbarem Vorteil wäre und ganz andere Ausstellungskonzepte ermöglicht. Erfahrene Museumsbesucher wissen, wieviel von der Wirkung des Lichtes abhängt, und daß verschiedene Bilder (man denke an ein gotisches Altarbild im Vergleich zu einer impressionistischen Blumenwiese) auch verschiedenes Licht benötigen. Wir dürfen also gespannt sein.

Eine vollständige Schließung des Hauses wird durch den Umbau nicht erforderlich sein, geplant ist eine Zeit von insgesamt zwei Jahren, in welcher vier Bereiche nacheinander je etwa ein halbes Jahr geschlossen sein werden. Zuerst werden die Bereiche mit den Niederländern des 16. sowie den Flamen und Teilen der Holländer des 17. Jahrhunderts (Säle VI-IX und Kabinette 6-15) geschlossen; ab etwa Anfang April 2022 sollen sie im neuen Licht wieder zugänglich sein.

Während der Umbauzeit ist der Eintrittspreis für den Besuch des Hauses auf 8,- bzw. ermäßigt 4,- € reduziert; die Zeitfensterticketes sollten auf der Seite des Museums erworben werden. Die Gemäldegalerie befindet sich auch während ihrer inneren Umgestaltung im Kulturforum am Matthäikirchplatz 1 in 10785 Berlin. Geöffnet hat sie von Dienstag bis Freitag von 10-18 und am Sonnabend und Sonntag von 11-18 Uhr.

 

Verweise:

https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/gemaeldegalerie/ueber-uns/nachrichten/detail/neues-beleuchtungskonzept-teilschliessung-der-gemaeldegalerie-ab-25-oktober-2021/
https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/gemaeldegalerie/besuch-planen/neues-licht-fuer-alte-meister-beleuchtungskonzept/

Neues Lichtkonzept: Teilschließung der Gemäldegalerie bis September 2023 https://art-depesche.de/images/Bildnis_einer_jungen_Dame.jpg Ruedi Strese