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Henri Harpignies „Esquisse pour la galerie des Tourelles de l'Hôtel de Ville de Paris : Le jardin du Luxembourg“ (Öl auf Leinwand, 1890, 66,5 cm x 50 cm, Musée des Beaux-Arts de la ville de Paris)

Berlin – Ein wunderbarer Landschaftsmaler des französischen Realismus, welcher stark von Camille Corot und der Schule von Barbizon beeinflußt war, war der heutige Deliquent unserer kurzbiografischen Reihe. Sein thematischer Schwerpunkt lag bei anheimelnden kleinen Landschaftsausschnitten, den paysages intimes.

Die verfügbaren biografischen Angaben gehen teilweise brutal auseinander; wir versuchen, das Wesentliche zu erfassen. Geboren wurde er 1819 in Valenciennes, Nordfrankreich, einer Stadt, die zahlreiche bedeutende Künstler hervorgebracht hat, mit dem Rokoko-Meister Jean-Antoine Watteau als dem prominentesten. Seine Eltern hatten für ihn zunächst eine Karriere als Kaufmann vorgesehen, doch seine Neigung zur Kunst war so ausgeprägt, daß er sie 1846(48?) schlußendlich erweichen konnte, ihm den Eintritt in das Atelier des Landschaftsmalers und Grafikers Jean Achard in Paris zu ermöglichen. Achard vermittelte ihm vor allem die Genauigkeit in der Zeichnung.

1848-50(50-52?) führte ihn eine Reise über Deutschland und die Niederlande nach Italien, und er studierte einige Zeit in Rom. Anschließend kehrte er nach Paris zurück, wo er nun sein eigenes Atelier eröffnen konnte. Er schloß sich der Schule von Barbizon um Camille Corot an, welcher nicht nur stilistischer Haupteinfluß wurde, sondern mit dem er sich auch persönlich anfreundete und 1860 gemeinsam nach Italien reiste.

1861 war ihm mit „Lisière de bois sur les bords de l'Allier“ erstmals ein größerer Erfolg auf dem Pariser Salon beschieden, wo er von nun regelmäßig ausstellte (an anderer Stelle heißt es allerdings, er habe bereits zuvor öfter dort ausgestellt). 1866 erhielt er für „Le Soir dans la campagne de Rome“ seine erste Medaille, weitere folgten 1868 und 1869.

Er hatte sich somit als bedeutender Vertreter der realistischen Landschaftsmalerei im Sinne Corots etabliert. Er hielt vor allem das Bourbonnais, das Nivernais und die Auvergne in seinen Bildern fest, doch schuf beispielsweise auch Dekorationen für die Pariser Oper, welche 1870 auf dem Salon präsentiert wurden. 1875 wurde er schließlich zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Er unterrichtete selbst, und einige seiner Schüler, darunter Émile Appay, Henri Jamet, Alfred Roll, James Wilson Morrice und Henri Foreau, konnten sich selbst einen Namen machen.

1878 ließ er sich in Saint-Privé, Département Yvonne, nieder, und im Jahr 1900 gewann er den Grand Prix auf der Weltausstellung in Paris. Als er 1916 in Saint-Privé starb, war er 97 Jahre alt. Er war kein großer Neuerer gewesen, sondern ein sehr guter, erfolgreicher und angesehener Maler, dessen meisterliche Landschaften auch heute noch mit Recht ihre Bewunderer finden.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/henri-joseph-harpignies/
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/person/harpignies-henri-joseph-10292
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/harpignies-henri-joseph.html
https://www.oel-bild.de/Kuenstler/Bilder/Gemaelde/Henri-Joseph--Harpignies.htm
https://www.van-ham.com/de/kuenstler/henri-joseph-harpignies.html
https://www.nationalgallery.org.uk/artists/henri-joseph-harpignies
https://www.metmuseum.org/art/collection/search#!?q=Henri-Joseph Harpignies
https://artuk.org/discover/artists/harpignies-henri-joseph-18191916

Henri Joseph Harpignies: Landschafter im Geiste Corots https://art-depesche.de/images/Henri_Joseph_Harpignies_-_Esquisse_pour_la_galerie_des_Tourelles_de_lHotel_de_Ville_de_Paris__Le_jardin_du_Luxembourg_-_PPP3033_-_Musee_des_Beaux-Arts_de_la_ville_de_Paris.jpg Ruedi Strese