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Johan Jungblut „Küstenlandschaft im Mondschein“ (Öl auf Leinwand, Albert-König-Museum)

Berlin – Ein deutscher Maler des 19. Jahrhunderts, über dessen Leben uns kaum etwas bekannt ist, der jedoch außerordentlich fruchtbar war und dessen Werke darum häufig in den einschlägigen Auktionshäusern zu finden sind, war Johann Jungblut. Zugerechnet wird er der Düsseldorfer Schule, sein Werk liegt irgendwo zwischen Spätromantik und Impressionismus mit deutlichen Bezügen zu alten Meistern der Niederlande.

Zur Welt kam er 1860 in Saarburg, in der Nähe von Trier. Er arbeitete zunächst als Kunstgewerbler bei Villeroy & Boch in Mettlach. Unseren Kenntnissen nach war er weitgehend oder gar ausschließlich Autodidakt, weder privater Kunstunterricht noch eine akademische Ausbildung sind bezeugt.

Ab 1885 lebte er in Düsseldorf, von 1889 an im Stadtteil Pempelfort. In Düsseldorf hatte zu jener Zeit die Düsseldorfer Schule ihre bedeutendste Zeit hinter sich, doch war immerhin noch eine feste, etablierte Größe im Kunstbetrieb. Die spätromantische Schule von Johann Wilhelm Schirmer und Andreas Achenbach war mittlerweile durch die eher naturalistische Linie Eugen Dückers abgelöst worden. Der Künstlerverein „Malkasten“ war überaus engagiert.

Und nun müssen wir zugeben, daß wir diese Dinge nur geschrieben haben, um festzustellen, daß Jungblut ein eher menschenscheuer Einzelgänger war, von persönlichen Kontakten, gar einem Engagement im „Malkasten“ ist uns nichts bekannt. Dennoch ist eine stilistische Verwandtschaft zu manchem Düsseldorfer Künstler seiner Zeit, etwa Heinrich Gogarten, auszumachen.

Er ließ sich von altniederländischen Meistern wie Jacob van Ruisdael oder Meindert Hobbema inspirieren; in der Atmosphäre seiner Landschaften, in denen es oft um Winter, Nebel, Zwielicht und Mondschein geht, lassen sich die Wurzeln in der Romantik nicht verheimlichen. Gleichzeitig war er offen für Gegenwärtiges, zeigt Bezüge zu Hans Thoma, bediente sich gerne einer impressionistischen Pinselführung.

Von der Dorfstraße über die Seenlandschaft bis zum norwegischen Fjord reichte sein Themenspektrum. Er muß ein unglaublich produktiver Künstler gewesen sein, dessen Oeuvre, sicher auch aufgrund der vergleichsweise geringen Bekanntheit, nicht im Mindesten erfaßt ist. Eine Schwierigkeit stellen zudem die Pseudonyme dar, derer er sich gelegentlich bediente.

Als gesichert gilt die Verwendung der Pseudonyme „J. (Johann) Sander“ und „R. Hibler“. Vermutet wird, daß sich auch hinter dem Namen „J. Metzler“ Johann Jungblut verbirgt. Von „J. Metzler“ sind zahlreiche Bilder bekannt, welche sich stilistisch ohne Weiteres in das Werk Jungbluts einfügen würden. Zudem ist von J. Metzler keine Biograpie überliefert.

Johann Jungblut starb 1912 in Düsseldorf. Drei Söhne waren ebenfalls künstlerisch tätig: Emil (1888-1955) wurde ein bedeutender Bildhauer, Walter (1892-1941) und Hans (Lebensdaten unbekannt) wurden Landschaftsmaler, konnten ihrem Vater jedoch kaum das Wasser reichen.

Johann Jungblut war in seiner Zeit kein wegweisender Künstler, jedoch einer von recht vielen guten Landschaftsmalern im Umkreis der Düsseldorfer Schule, und gerade deshalb kann sein Werk als ein Beleg dafür dienen, wie groß die deutsche Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts war, wie hoch das Niveau, welches selbst ihre weniger bekannten Vertreter bieten konnten. Die Bilder sind recht häufig und zu vergleichsweise geringen Preisen zu finden.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/johann-jungblut/
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/jungblut-johann.html
https://www.auktionshaus-stahl.de/de/kuenstler/1288-johann-jungblut
https://www.dorotheum.com/de/k/johann-jungblut/
https://www.kettererkunst.de/result.php?kuenstlernr=1341&auswahl=vk&shw=1
https://art-depesche.de/malerei/220-heinrich-gogarten-–-ein-landschaftsmaler-zwischen-düsseldorfer-akademie-und-dachauer-künstlerkolonie.html

Aus der Düsseldorfer Landschaftskunst: Johann Jungblut https://art-depesche.de/images/Kuestenlandschaft_im_Mondschein.jpg Super User