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Georges Dufrénoy „Le Place des Vosges“ (Öl auf Leinwand, 1928, 81 cm x 65 cm)

Berlin – Frankreich war bekanntlich das Geburtsland des Impressionismus. Monet, Manet, Caillebotte, Renoir und ihre Bundesgenossen hatten ab etwa 1860 eine künstlerische Erneuerungsbewegung begonnen, deren Schöpfungen bis heute faszinieren. Heute stellen wir einen ihrer Landsleute vor, welcher einer späteren Generation angehörte, doch das impressionistische Erbe gekonnt weiterführte.

Geboren wurde Georges Dufrénoy 1870 in Thiais im Marnetal. Die Pariser Kommune war gerade katastrophal gescheitert, als die Eltern mit ihm 1871 nach Paris zogen. Sie nahmen eine Wohnung am Place des Vosges; diese sollte das ganze Leben lang die Heimstätte des Künstlers bleiben. Mit 17 Jahren beendete er die reguläre Schule, überlegte kurz, ob er vielleicht Architekt werden solle, doch entschied sich schließlich für ein Studium der Malerei.

Dafür besuchte er von 1887-1890 zunächst den Unterricht des akademischen Malers Jean-Paul Laurens an der berühmten Académie Julian. Danach war er zwei Jahre lang der einzige, dafür sehr gelehrige, Schüler von Désiré François Laugée (1823-1896), einem ebenfalls zu Unrecht vergessenen Maler, der in jungen Jahren einen eigenen Weg zwischen akademischer Tradition und der sich etablierenden Freilichtmalerei gefunden hatte.

1895 begann Dufrénoy mit dem Ausstellen eigener Bilder, darunter Landschaften, Stadtansichten und Stilleben, welche sich sehr am frühen Impressionismus insbesondere Claude Monets orientierten.

1902 besuchte er erstmals Venedig und verliebte sich in den Ort und die Kunst alter venezianischer Meister wie Titian, Tintoretto und Paolo Veronese, deren Einflüsse er auch verarbeitete. Abgesehen von den Jahren des Ersten Weltkriegs sollte er bis 1939 jedes Jahr dorthin reisen. Neben Venedig hielt er sich auch gerne in und um Genua und Siena auf.

In den Jahren ab 1903 beteiligte er sich zunehmend auch an zahllosen international bedeutenden Ausstellungen wie dem „Interationalen Salon“ in Reims, dem „Salon der Unabhängigen“ und auch dem Pariser „Herbstsalon“, dessen Leitung er später angehören sollte und dem er bis in seine letzten Lebensjahre verbunden blieb. 1910 waren seine Arbeiten auch auf der Weltausstellung in Brüssel zu sehen.

Stilistisch zeigten die Werke einen zusehends flächigen Farbauftrag, welcher der Malweise des aufkommenden Fauvismus ähnelt. 1914 heiratete er Marguerite de Baroncelli-Javon, die Schwester des Schriftstellers Folco de Baroncelli-Javon und des Fimregisseurs Jacques de Baroncelli. Der Ehe entsprangen zwei Töchter und zwei Söhne.

Auch die späteren Jahre waren von beachtlichen Erfolgen geprägt, so gewann er 1929 den vom „Carnegie Museum of Art“ bei Pittsburgh ausgelobten „Carnegie Prize“, wurde 1936 Mitglied der Jury des Prix de Rome, und 1938 wurde er zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt. Seine letzte Ausstellung hatte er 1939. Die verbleibenden Jahre von der Besetzung Frankreichs 1940 bis zu seinem Tod in Salles-Arbuissonnas-en-Beaujolais 1943 verbrachte er zurückgezogen und ob der Fremdherrschaft von großer Traurigkeit geplagt.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/georges-dufrenoy/
https://www.centrepompidou.fr/en/ressources/personne/c7Gzq6g
https://www.mutualart.com/Artist/Georges-Leon-Dufrenoy/15A1BBECAECB73CC/Artworks

Der Spätimpressionist Georges Dufrénoy https://art-depesche.de/images/Le_Place_des_Vosges.jpg Ruedi Strese