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Adriaen Brouwer „Bauern raufen sich wegen Spielkarten“ (etwa 1628)

Berlin - Rubens und Rembrandt sammelten seine Bilder, seine Lehrer waren Pieter Breughel d.J. und Frans Hals - Adriaen Brouwer zählt ohne Zweifel zu den bedeutendsten Malern des flämischen Barock.
Die Kindheit und Jugend Brouwers liegen weitgehend im Dunkeln. Das Geburtsjahr dürfte 1605 oder 1606 gewesen sein, der Geburtsort vermutlich Oudenaarde in Ostflandern. Es wird angenommen, daß er zuerst in Antwerpen bei Pieter Breughel d.J. lernte 1621 und nach Holland ging; ab 1626 ist sein Aufenthalt in Haarlem bezeugt.

In Haarlem lernt 1628 er bei Frans Hals, über den er sich später abfällig geäußert haben soll. 1930 ging er wieder nach Antwerpen, wo er 1931 in die lokale Lukasgilde aufgenommen wurde. Er geriet unter den Einfluß Rubens’, der seine Bilder liebte und sammelte (er soll 17 Stück besessen haben) und Berichten zufolge den notorischen Raufbold und Trinker, der auch mal im Gefängnis bzw. Schuldturm landete, immer wieder nach Kräften unterstützte. Die letzten Jahre seines kurzen Lebens verbrachte er bei dem Kupferstecher Paulus Pontius in Antwerpen, wo er 1638 an der Pest starb.

Inhaltlich drehte es sich bei Brouwer vorrangig um ungeschliffene Eindrücke aus dem Leben der Landleute, er malte am liebsten Bauern- und Wirtshausszenen, die Hinwendung zu diesem Thema dürfte nicht zuletzt auf den Einfluß des Breughels d.Ä. (den „Bauernbreughel“), vermittelt durch Breughel d.J. („Höllenbreughel“) zurückgehen.
Sein Stil seit der Haarlemer Zeit hingegen ist wilder, von rohem, kraftvollem Pinselstrich - hier dürfte Frans Hals Pate gestanden haben. Sehr typisch sind Grimassen, die seine „urigen" Figuren schneiden („Der bittere Trank“). Spätere Arbeiten, die bereits unter dem Einfluß seines Förderers Rubens standen, sind etwas ruhiger gehalten, malerischer, farblich differenzierter; das an Rembrandt erinnernde Helldunkel kann ebenfalls als Merkmal genannt werden, einen späteren von einem früheren Brouwer zu unterscheiden. Wie auch die Bilder seines Lehrers Frans Hals erfuhren die Arbeiten Brouwers im Impressionismus insbesondere für ihre flüchtige Malweise erneut hohe Wertschätzung.

Adriaen Brouwer, das Rauhbein des flämischen Barock https://art-depesche.de/images/Adriaen_Brouwer_-_Peasants_Brawling_over_Cards_gr_1024px.jpg Ruedi Strese