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Fanny Brate „Retstickor“ (Öl auf Leinwand, 1885, 76 cm x 98 cm)

Berlin – Wir hatten auf unserer Seite schon so manchen skandinavischen Lichtmaler vorgestellt. Bemerkenswert ist nicht nur, daß viele dieser Künstler eine besondere Auffassung von Farbe und Licht zu vereinen scheint, sondern auch, daß der Anteil an talentierten Frauen unter ihnen sehr hoch ist, denken wir nur an Anna Ancher, Anna Petersen oder Helene Schjerfbeck. Auch die Schwedin Fanny Brate verdient es, in diesem Zusammenhang erwähnt zu werden. Ihre lebhaften und liebevollen Kinderszenen erfreuen sich zu Recht immer noch großer Beliebtheit.

Unsere Kandidatin wurde 1861(62?) als Fanny Ingeborg Matilda Ekbom in Stockholm geboren. Ihr Vater war Bediensteter im Haushalt des Herzogs von Östergötland und späteren schwedischen Königs Oscar II. Als Heranwachsende hatte sie Zeichenunterricht an der Konstfack (der schwedischen Kunsthochschule) in Stockholm; von 1878-79 war sie dort Vollzeitstudentin.

Mit dem dortigen Abschluß wurde sie an der Königlichen Akademie der Freien Künste angenommen. Unter ihren Lehrern war August Malmström, der sich durch Genreszenen mit Kindern einen Namen gemacht hatte; wir dürfen annehmen, daß dies seine Schülerin inspirierte. Sie besuchte die Akademie bis 1885, in jenem Jahr erhielt sie auch bereits eine königliche Medaille für ein Bild, welches sie selbst, umgeben von ärmlichen Frauen und Kindern, zeigte.

1887 konnte sie dank eines Stipendiums Kurse an der privaten Académie Colarossi in Frankreich belegen. Im selben Jahr noch heiratete sie den Runenkundler Erik Brate. Von den vier Töchtern des Paares würde Torun ebenfalls Malerin werden.

Sie bereiste weiterhin Europa, besuchte unter anderem die Exposition Universelle in Paris (1889). Sie näherte sich immer mehr der impressionistischen Malweise an und tat sich zeitweilig mit der Freilichtmalerkolonie in Skagen, Dänemark, zusammen. 1891 wurde sie Mitglied der „Svenska Konstnärernas Förening“ (was nichts weiter bedeutet als „Schwedische Künstlervereinigung“).

Gerne malte sie die eigenen Kinder; durch die Mutterschaft angeregt, illustrierte sie auch zahlreiche Kinderbücher. Ihre idealisierten Intérieurs städtischer und ländlicher Wohnungen sind von hellem Sonnenlicht geprägt, zeigen altmodische Möbel und fröhliche Kinder. Diese Bilder sollen auch Carl Larsson zu seinen berühmten häuslichen Szenen inspiriert haben.

Als ihr bekanntestes Werk gilt „Namnsdag“ („Namenstag“, 1902), welches sich heute im Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm befindet. Fanny Brate starb 1940. 1943 veranstaltete das Nationalmuseum eine umfassende Gedenkausstellung. Bilder der Malerin hängen auch im Nordischen Museum auf der Insel Djurgården in Stockholm sowie im Göteborger Kunstmuseum.

 

Verweise:

https://www.dailyartmagazine.com/fanny-brate/
https://nevsepic.com.ua/art-i-risovanaya-grafika/21883-shvedskiy-hudozhnik-fanny-brate-1861-1940-swedish-28-rabot.html
https://www.skbl.se/en/article/FannyBrate

Fanny Brate, Malerin impressionistischer Kinderszenen https://art-depesche.de/images/2022/0228/Retstickor_Fanny_Brate.jpg Ruedi Strese