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Hans von Kulmbach „Sankt Katarina von Alexandria“ (Fragment eines Triptychons, ca. 1511, Tempera auf Holz, 56 cm x 38,2 cm, Nationalmuseum Krakau)

Berlin – Wenn uns ein Maler als „aus dem Umfeld Dürers“ kommend oder sogar als Gehilfe Dürers aus der Geschichte entgegentritt, war er wahrscheinlich kein stilprägender Neuerer, doch ebenso wahrscheinlich kein schwacher Künstler. Hans von Kulmbach stand Dürer nahe, ohne als bloßer Kopist abgetan werden zu können.

Wie bei Künstlern jener Zeiten eher die Regel als die Ausnahme, ist uns über den Lebensweg des Meisters wenig bekannt. Geboren wurde er etwa 1480 als Hans Suess in Kulmbach. Den Geburtsort wählte er später zum Namenszusatz, und dieser wurde weit bekannter als sein eigentlicher Familienname.

Irgendwann ging er nach Nürnberg, wo sich von etwa 1500 bis 1503 Jacopo de’ Barbari als königlicher Hofmaler aufhielt. Nach Angaben aus Johann Neudörfers 1547 erschienenen „Nachrichten von Nürnberger Künstlern und Werkleuten“ war Kulmbach dessen Schüler, was jedoch umstritten ist. Der Maler und Kunsthistoriker Joachim von Sandrat wiederum bezeichnete ihn 1675 als Lieblingsschüler Albrecht Dürers.

Jedenfalls soll die Beziehung zwischen Kulmbach und Dürer sehr gut gewesen sein, und der Jüngere verband in seinen Arbeiten die Einflüsse Dürers und de’ Barbaris. Dabei setzte er die Tradition der dürerschen Flügelaltäre fort. Als frühestes nachgewiesenes Werk gilt der Nikolausaltar für St. Lorenz in Nürnberg, welcher um 1507/08 entstand.

1511 erst bekam Kulmbach das Nürnberger Bürgerrecht. Seither signierte er seine Werke mit einem aus den ligierten Buchstaben H und K bestehenden Monogramm. Möglicherweise schon 1511, sicher jedoch von 1514 bis 1516, fertigte er drei große Flügelaltäre für die wohlhabende polnische Handelsmetropole Krakau, weshalb bisweilen über einen Aufenthalt in Krakau spekuliert wird.

Allerdings ist dies keineswegs erwiesen; vielmehr dürfen wir davon ausgehen, daß das Postwesen zu jener Zeit bereits recht hoch entwickelt war, generell die Verbindungen zwischen Nürnberg und Krakau sehr gut funktionierten. Seinen Kundenkreis dürfte er weitgehend von Dürer sowie Veit Stoß „geerbt“ haben; mehr noch als Kulmbach war Stoß die personifizierte Verbindung von Nürnberg und Krakau.

Neben den Altargemälden schuf Kulmbach auch einige Porträts von hohem Wert. Für ein Gedächtnisbild des Propst Lorenz Tucher in St. Sebald (Nürnberg) lieferte kein Geringerer als Albrecht Dürer die Vorzeichnungen.

In seinen Gemälden zeichnete er sich durch vornehme Zurückhaltung in Farbgebung und Linie aus. Er hatte eine deutlich weicheren Stil als Dürer; die Bilder sind von recht lyrischem, feinsinnigem Charakter; seine Figuren lassen bisweilen manieristische Proportionen erkennen.

Erhalten sind neben den Porträts und Altäre auch Handzeichnungen und Druckgrafiken; zudem entwarf er große Glasgemälde, u.a. für St. Sebald. Von Wandmalereien wird berichtet, erhalten sind sie nicht. Umstritten ist, ob er auch als Buchillustrator tätig war. Hans Suess von Kulmbach starb 1522 in Nürnberg.

 

Verweise:

https://zbiory.mnk.pl/en/search-result/advance/catalog/50509
https://www.hdbg.de/portraitgalerie/kuenstler-suess-von-kulmbach_hans.html
https://www.deutsche-biographie.de/sfz46978.html
https://sammlung.staedelmuseum.de/de/person/kulmbach-hans-von
http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Suess-KU.htm
https://www.kunstgeschichte.phil.fau.de/forschung/forschungsprojekte/von-kulmbach-und-co/
https://www.kulmbach.de/xist4c/web/Hans-von-Kulmbach_id_801_.htm

Aus der Nürnberger Renaissance: Hans von Kulmbach https://art-depesche.de/images/2022/0328/Sankt_Katarina_von_Alexandria.jpg Ruedi Strese