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Andria Natsvlishvili „Denkendes Mädchen“ (Öl auf Leinwand, 2022, 100 cm x 150 cm)

Berlin – „Wenn sich die Blüten öffnen ...“: so lautet der Titel der neuen Schau des georgischen Malers und Priesters Andria Natsvlishvili in der Berliner Galerie Ars Pro Dono. Noch bis zum 31. Mai 2022 werden die Gemälde zu sehen sein, und wieder vermag dieser ungewöhnliche Künstler zu faszinieren.

Die letzte Schau der Werke Natsvlishvilis in der Galerie war seine erste in Deutschland; sie ist nun etwas über ein Jahr her. Wir hatten den Künstler damals auch für ein kleines Interview gewinnen können, s. Verweise. In der aktuellen Ausstellung gibt es viel Neues und Beeindruckendes zu erblicken.

Selbstverständlich ist der „malende orthodoxe Priester“ (Jahrgang 1955) seinem einmal gefundenen, einzigartigen Stil treu geblieben, was bedeutet, daß sich Anleihen Alter Meister mit Hang zum Grotesken aus Renaissance und Manierismus ebenso finden wie eine Verwandtschaft zum Surrealismus Dalís und anderer.

Natsvlishvili selbst sagte dazu gegenüber der ART DEPESCHE: „Es ist für mich eine Ehre, mit einem großen Künstler wie Giuseppe Arcimboldo verglichen zu werden. Seine Bilder waren jedoch nicht meine Inspirationsquelle. Unter den Künstlern erwähnte ich De la Cruz, Van Gogh, Bosch und unter den zeitgenössischen Künstlern Zdzisław Beksiński.“

Festzustellen ist eine große Vielfalt der malerischen Mittel, ein ausdifferenzierter Pinselstrich, Druck- und Spachteltechnik ordnen sich dem organischen Gesamteindruck unter. Organisch heißt hier: Die Bilder, oder die dargestellten Welten und Wesenheiten, scheinen zu leben.

Dabei ist die Genrezuordnung oft uneindeutig: Personen gehen ebenso wie Blumen in Landschaften über; alles fließt, überall lassen sich winzige überraschende Details ausmachen, die von subtilem Humor und Tiefe zeugen.

Farblich ist ebenso Vielfalt Programm, von verhaltenen Bildern in fast monochromem Grau oder Braun geht es bis zu grellbunten Farberuptionen. Die Stimmungspalette reicht von lebhaft und fröhlich bis zu apokalyptisch-düsteren Visionen, die der Vorstellungswelt eines Howard P. Lovecraft (oder eben eines orthodoxen Priesters) entsprungen sein könnten.

Es sind eine ganze Menge Ölgemälde, und das Auge hat bei diesen allerhand zu tun. Es lohnt sich also, etwas mehr Zeit zum Betrachten dieser Kunstwerke mitzubringen. Unsererseits eine dringende Empfehlung! Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet hat sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/interview/735-kunst-und-glauben-andria-natsvlishvili-im-interview.html
https://www.arsprodono.de/?cat=c172_Andria-Natsvrishvili-andria-natsvrishvili.html
https://www.instagram.com/andrianatsvlishvili/?fbclid=IwAR1jQL_chcSAWpJuRfS-y1-ax89XiFsNsOKIvxV_h8FMHV7Qx1foGatChZM%0A
https://www.facebook.com/New-Art-Archpriest-Andria-Natsvlishvili-732714990103746
https://art-depesche.de/malerei/730-gemälde-des-erzpriesters-andria-natsvlishvili-zu-gast-in-berlin.html

„Wenn sich die Blüten öffnen ...“: Neues von Andria Natsvlishvili in Berlin https://art-depesche.de/images/2022/0419/Denkendes_Maedchen.jpg Ruedi Strese