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Carl Frederik Aagaard „Italiener sitzen im Schatten eines Säulenganges an einem Bergsee“ (Öl auf Leinwand, 1883, 84 cm x 125 cm)

Berlin – Die Italiensehnsucht des 18. und 19. Jahrhunderts packte nicht nur deutsche Landschaftsmaler. Unter denen, welche vom mediterranen Licht fasziniert einen Großteil ihres Werkes dem südlichsten Teil Europas widmeten, war auch ein Däne, welcher zu den erfolgreichsten Spätromantikern seines Landes gezählt werden kann.

Mit vollständigem Namen hieß unser Mann Carl Frederik Peder Aagaard, geboren wurde er 1833 in Odense als Sohn eines Schuhmachermeisters. Seinen ersten Kunstunterricht erhielt er in Odense, doch 1852 ging er zur Verbesserung seiner Fertigkeiten nach Kopenhagen, wo er bei dem Dekorationsmaler Georg Hilker Unterricht nahm und sich gemeinsam mit seinem Bruder Johan Peter Aagaard als Druckgrafiker verdingte.

Für einige Zeit studierte er auch an der Königlich Dänischen Kunstakademie, verließ diese jedoch bald wieder und nahm privaten Unterricht bei P.C. Skovgaard, einem der herausragendsten dänischen Landschafter seiner Zeit, dessen naturverbundener Stil Aagaard in besonderem Maße prägte.

1858 heiratete er Anna Emilie Eline Pio (1836–1929), die Tochter des Hornisten Pierre Theodor Pio. Aagaard war weiterhin als Assistent Hilkers tätig; mit diesem gemeinsam dekorierte er 1858/59 Wände der Landschaftlichen Hochschule sowie 1860 der Universität Kopenhagen. Dekorative Arbeiten führte er auch in der zum Dom von Roskilde gehörenden Kapelle Christians IV. durch; sein Partner war dabei Peter Hansen. In den 1870er Jahren dekorierte er zudem eigenständig das Königliche Theater in Kopenhagen sowie Waldkapellen in der Grafschaft Frijsenborg.

Seine Karriere als Landschaftsmaler bescherte ihm 1857 erstmals nennenswerte Erfolge, als er mehrere Werke ausstellte und für eines den Neuhausen-Preis erlangte. 1865 wurde er erster Empfänger des Sødrings-Preises, das Landschaftsgemälde zeigte einen Herbstmorgen und wurde von der Dänischen Nationalgalerie erstanden, und 1866 konnte er in Stockholm ausstellen.

1870/71 sowie 1875/76 (diesmal mit Hilfe eines Ancker-Stipendiums) bereiste er Italien, insbesondere den Süden des Landes und fertigte unzählige Skizzen an, welche als Vorlage seiner später im Atelier ausgeführten lichtvollen Ansichten dienten. Dabei hatte er eine Vorliebe zu ungewöhnlichen Blickwinkeln; häufig bildeten Architektur und Pflanzen im Vordergrund den Rahmen für sich dahinter öffnende Aussichten auf einen See oder das Meer. Eine weitere Reise führte ihn 1876 nach Norwegen.

Mit seinen Landschaften, wozu auch heimische Strände und Wälder gehörten, erreichte er eine beachtliche Beliebtheit und gewann zahlreiche Auszeichnungen. 1874 schon war er Mitglied der dänischen Kunstakademie geworden, 1879 wurde er zum Ritter des Ordens von Dannebrog ernannt. 1892 erhielt er eine Professur; er starb 1895 in Kopenhagen.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/carl-frederik-peder-aagaard/
http://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=2437

Carl Frederik Aagaard: Italiens Süden in dänischen Augen https://art-depesche.de/images/2022/0425/Italiener_sitzen_im_Schatten_eines_Saeulenganges_an_einem_Bergsee.jpg Ruedi Strese