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Louis Aston Knight „Diane's Cottage, Beaumont-le-Roger, Normandy“ (Öl auf Leinwand, 116,2 cm x 89,2 cm, Privatsammlung)

Berlin – Moden und aktuelle Strömungen scherten ihn wenig, er war ein unbekümmerter Landschafter, der keinerlei Scheu kannte, einfach schöne Bilder zu malen. Seine große Liebe galt pittoresken Ansichten der Normandie, welche er in unzähligen Gemälden festhielt. Kunsthistoriker gehen an solchen Künstlern gerne vorbei, doch manche, wie Knight, können dennoch eine treue Anhängerschaft begeistern.

1873, zur Hochblüte des Impressionismus, kam Louis Aston Knight in Paris zur Welt. Sein Vater Daniel Ridgway Knight, selbst ein begabter Landschafts- und Genremaler (vielleicht stellen wir ihn ja in einer der nächsten Folgen vor), der romantische und impressionistische Einflüsse zusammenbrachte, war kurz zuvor aus den USA nach Frankreich übergesiedelt.

Der Sohn wuchs nun in Europa auf, erhielt seine Ausbildung zunächst vom Vater, weshalb auch in seinem Werk gerne etwas typisch Amerikanisches gesehen wird, wohl die im Vergleich zu vielen europäischen Impressionisten stärkere Betonung zeichnerischer Genauigkeit. Später erhielt er Unterweisungen von zweien der bedeutendsten Kunstlehrer ihrer Zeit, Tony Robert-Fleury and Jules Lefebvre.

1894 konnte er erstmals im Pariser Salon ausstellen; dies sollte der Auftakt einer lebenslangen Erfolgsgeschichte werden. Knight gewann etliche Auszeichnungen, darunter die Bronzemedaille auf der Pariser Weltausstellung 1900, eine Ehrennennung auf dem Pariser Salon 1901, eine Goldmedaille in Lyon 1903, Goldmedaillen in Genf und Nantes 1904 und Goldmedaillen auf dem Pariser Salon von 1905 und 1906, womit er als erster Amerikaner zwei saloneske Goldmedaillen in Folge erringen konnte. 1924 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt, 1928 zum Offizier und 1934 schließlich zum Kommandanten.

Besondere Beliebtheit erreichte Knight mit seinen idyllischen Landschaftsdarstellungen, vor allem der Normandie, doch auch von der Bretagne, Holland, Venedig oder den Vereinigten Staaten. Interessanterweise enthalten seine Landschaften keine Figuren; dies resultiert aus einer Abmachung mit seinem Vater, welcher eine zu große Ähnlichkeit ihrer Werke befürchtete. Eher zu Unrecht, denn obgleich die Verwandtschaft erkennbar ist, bediente der Sohn sich eines deutlich stärkeren impressionistischen Einflusses.

Knight war ein großer Bewunderer Monets und besuchte diesen bisweilen in seinem Garten in Giverny, auch eiferte er dem Meister darin nach, selbst einen möglichst schönen Garten zu gestalten. Jährlich vergab er Preise an die Bauern mit den schönsten Gärten, womit er freilich auch den eigennützigen Gedanken verband, diese malen zu können.

Neben der Karriere in Frankreich machte er eine ebensolche in den USA. 1911 zeigte er seine amerikanischen und französischen Landschaften, und eine Ausstellung 1931 in New York erregte großes Aufsehen. Zumindest zwei US-Präsidenten bewunderten Knight: 1922 kaufte Präsident Harding eines der Bilder für das Weiße Haus, und Präsident Coolidge veranstaltete gleich eine ganze private Ausstellung mit Werken des Künstlers. Louis Aston Knight starb 1948 in New York.

 

Verweise:

https://rehs.com/eng/default-19th20th-century-artist-bio-page/?fl_builder&artist_no=49&sold=1
http://www.artnet.de/künstler/louis-aston-knight/
https://www.askart.com/artist/Louis_Aston_Knight/23158/Louis_Aston_Knight.aspx
https://www.the-athenaeum.org/art/list.php?m=a&s=tu&aid=4849
https://www.normandythenandnow.com/the-painter-of-pretty-normandy-louis-aston-knight-picture-post/

Louis Aston Knight, Maler normannischer Idyllen https://art-depesche.de/images/2022/0428/Dianes_Cottage_Beaumont-le-Roger_Normandy.jpg Ruedi Strese