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Hugo Salmson „Am Spinnrad“ (Öl auf Leinwand, 1883, 62,5 cm x 57 cm, Kunstmuseum Göteborg)

Berlin – Schweden hatte im 19. Jahrhundert ein bemerkenswertes Personal an realistischen und impressionistischen Genremalern. Knut Ekwall, Anders Zorn und Carl Larsson sind als die bekanntesten zu nennen, und von den Frauen Fanny Brate oder Emma Löwstädt. Kaum bekannt, und dennoch beachtenswert ist unser heutiger Kandidat mit seinen oft bäuerlichen Motiven.

Hugo Fredrik Salmson kam 1843 in Stockholm als Sohn des Großhändlers Fredrik Ludvig Salmson zur Welt. Zunächst sollte er dem Vater in dessen Fußstapfen folgen und begann deshalb ein Wirtschaftsstudium, doch bald entschied er sich, seiner wahren Bestimmung zu folgen.

So studierte er ab 1861 an einer der Königlichen Kunstakademie zugehörigen Schule und ab 1862 an der Akademie selbst. Sein Lehrer dort war der akademische Historien- und Genremaler Johan Christoffer Boklund. 1867 schuf Salmson ein Historiengemälde des Ritters und Reichsverwesers Sten Sture d. J., welches ihm eine königliche Medaille und ein dreijähriges Reisestipendium einbrachte.

Dieses nutzte er für Studienaufenthalte in Kopenhagen, Düsseldorf und schließlich Paris. Léon Bonnat und Alexandre Cabanel hatten keine freien Plätze mehr in ihren Klassen, weshalb Salmson im Atelier des Historienmalers Pierre-Charles Comtes privaten Unterricht nahm. Er kopierte dabei Historiengemälde sowie barocke Genrebilder. 1868 konnte er bereits ein eigenes Atelier eröffnen.

1870 ging er wegen des Deutsch-Französischen Krieges vorübergehend nach Brüssel. Im selben Jahr war er erstmals am Pariser Salon beteiligt, wo er fortan regelmäßig ausstellen durfte. Er behielt sein Pariser Atelier bis in die frühen 1880er Jahre, bereiste zudem regelmäßig die Picardie.

Seine Ausstellungstätigkeit ist insgesamt beachtlich: 1886-88 nahm er an den Ausstellungen der Stockholmer Akademie teil, 1878 und 1889 an der Weltausstellung in Paris, 1879 an Forers Ausstellung im Schloß Charlottenborg, 1881 an der Göteborger Kunstausstellung, 1888 an der Nordischen Ausstellung in Kopenhagen usw.

Mit seiner Rückkehr nach Schweden 1883 wurde er zunächst gewähltes Mitglied der königlichen Akademie, zudem gab er dem Prinzen Eugen Kunststunden, schloß sich jedoch später der antiakademischen Künstlervereinigung „Opponenterna“ an.

Die Bilder, welche heute als seine wichtigsten gelten, entstanden vor allem in den 1880er Jahren und zeigen Szenen des bäuerlichen Lebens in oft eher trüben Farben, welche in ihrer naturnahen, ungeschönten Art nicht überall auf Begeisterung stießen.

In seinen letzten Jahren verlegte er sich fast ausschließlich auf Porträts in Öl oder Kreise, zog sich immer mehr zurück, litt an schweren Depressionen. Er starb 1894 bei einem Hotelaufenthalt in Lund, wobei vielfach von einer Selbsttötung ausgegangen wird.

Seine Bilder finden sich heute unter anderem im Nationalmuseum in Stockholm, im Kunstmuseum Göteborg, im Kunstmuseum Malmö, in der Universität Lund, im Museum der Picardie, im Musée d'Orsay, im Musée des Beaux-Arts in Nantes, im Bergener Stadtmuseum und in der Corcoran Kunstgalerie in Washington, D. C.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/hugo-salmson/
http://emp-web-84.zetcom.ch/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=artist&viewType=detailView&lang=sv&objectId=7449
https://www.invaluable.com/artist/salmson-hugo-noax3q25ed/sold-at-auction-prices/
http://collection.nationalmuseum.se/eMP/eMuseumPlus?service=ExternalInterface&module=artist&objectId=7449&viewType=detailView

Hugo Salmson: Ländliche Genreszenen aus Schweden https://art-depesche.de/images/2022/0513/At_the_Spinning_Wheel_Hugo_Salmson.jpg Ruedi Strese