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 Sergey Ushanov „Muse“ (Öl auf Leinwand, 110 cm x 85 cm)

Berlin – Unseren Lesern ist sie gut bekannt, die Berliner Galerie Ars Pro Dono, welche sich auf Kunst aus dem osteuropäischen resp. postsowjetischen Raum spezialisiert hat. In ihrer aktuellen Ausstellung, betitelt „Könnte ich bloß fliegen ...“, vereint sie einen georgischen und fünf ukrainische Maler. Bis zum 31. Juli wird das Programm zu sehen sein.

Aus Georgien stammt der schon länger von der Galerie vertretene Gizo Khubua. Sein Werk zeichnet sich durch spielerischen Charakter und viel Abwechslung aus; er probiert sich gerne in verschiedenen Stilen und Techniken. Der Farbauftrag ist mal rauh, mal betont akkurat, und Picasso dient ihm ebenso zur Inspiration wie folkloristische Ornamentik.

Die übrigen Künstler sind Ukrainer. Auch Valentina Kozyar ist Besuchern der Galerie vertraut. Ihre Bilder bewegen sich an der Grenze zwischen Abstraktion und Figürlichkeit, leben von einem guten Gefühl für ästhetische Flächenaufteilung und starken Kontrasten; leuchtendes Rot hebt sich von grau-weißem Hintergrund ab. Sehr reizvoll.

Ihr Mann Juriy Kozyar ist mit einigen sehr dynamischen weiblichen Akten vertreten. Wie Valentina liebt er starke Farbwirkungen. Mit einem breiten und kräftigen Pinselstrich schafft er mosaikartig expressive Bilder, wobei die Körperlichkeit sehr betont wird, die Gesichter jedoch anonym bleiben.

Sergej Ushanov, Jahrgang 1972, ist ein Neuzugang. Er studierte in Odessa und hat einen Stil entwickelt, welcher einen tendenziell freundlichen Nachklang der oft eher düsteren Surrealisten darstellt; insbesondere Dalí scheint es ihm angetan zu haben. Wie dieser nutzt er altmeisterliche Anklänge und bewegt sich bisweilen an der Grenze zum Hyperrealismus. Thematisch beschäftigt er sich besonders gerne mit Wirkung und Wahrnehmung der Zeit.

Svetlana Ushanova ist seine Gattin. Sie wurde 1979 geboren, studierte gleichfalls in Odessa. Ihre Werke tendieren ebenso zum Surrealismus, sind jedoch deutlich dichter, lassen in ihrer Kompaktheit an Illustrationen denken. Zentrales Thema ist der Zufall als Kraft, welche außerhalb des menschlichen Einflusses liegt und keine Rücksicht nimmt.

Letzter im Bunde ist Vasyl Koval, geboren 1986 in einem Dorf beim Lviv. Er suchte angesichts des Krieges in Berlin einen sicheren Hafen und arbeitet nun hier an neuen Werken. Im Repertoir von Ars Pro Dono ist er ein Neuzugang. Seine Werke sind Freilichtgemälde in leichten und zarten Farben, wobei wir es hier mit ländlichen Szenen und Strandbildern zu tun haben. Durchaus ansehnlich!

Alles in allem ein lohnender Einblick in das Schaffen mehrerer östlicher Künstler. Die Galerie Ars Pro Dono befindet sich in der Prenzlauer Allee 191 in 10405 Berlin, geöffnet ist sie von Montag bis Freitag von 10-19 sowie am Sonnabend von 11-16 Uhr.

 

Verweise:

https://www.arsprodono.de/
https://www.arsprodono.de/?cat=c98_Gizo-Khubua-gizo-khubua.html
https://www.arsprodono.de/?cat=c175_Valentina-Kozyar-valentina-kozyar.html
https://kyiv.gallery/en/vasyl-koval
https://ushanou.jimdofree.com/

Georgische und ukrainische Malerei, ausgestellt in Berlin https://art-depesche.de/images/2022/0617/Sergey_Ushanov-Muse.jpg Ruedi Strese