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George Lambert „Kirkstall Abbey, Yorkshire“ (Öl auf Leinwand, 1747, 117,2 cm × 110,8 cm, Yale Center for British Art)

Berlin – Richard Wilson war der erste wirklich große britische Landschaftsmaler. Etwas früher trat jedoch bereits ein anderer Künstler mit nämlichem Thema in die Kunstgeschichte. Dieser Mann hieß George Lambert, und wenn auch sein Werk es an Erhabenheit noch nicht ganz mit jenem Wilsons aufnehmen kann, so ist ihm doch zumindest ein Platz als Pionier seines Faches gesichert.

Geboren wurde Lambert 1700 in Kent. Er nahm Unterricht bei dem Porträtmaler Warner Hassels und John Wootton, welcher zwar vor allem ein Pferdesport- und Schlachtenmaler war, inspiriert durch Gaspard Dughet jedoch bereits ein großes Interesse an der Landschaft mitbrachte.

Den Einfluß Dughets konnte Wootton auch seinem Schüler Lambert vermitteln; auch der große Italiener Salvator Rosa beeindruckte diesen stark. So wurde Lambert der erste britische Maler, in dessen Oeuvre die Landschaft um ihrer selbst willen den zentralen Platz einnimmt und konnte sich damit einen guten Ruf erarbeiten.

Sein bekanntestes Bild, „A view of Box Hill, Surrey“, entstand bereits 1733 und zeigt ein beliebtes Ausflugsziel südlich von London. Zahlreiche seiner Landschaftsgemälde wurden von Künstlern wie François Vivares oder James Mason zu Druckgrafiken verarbeitet und erreichten so große Verbreitung.

Eine Rolle spielte er auch als Bühnenmaler; die von ihm mit Hilfe von Jacopo Amigoni geschaffenen Szenenbilder setzten neue qualitative Maßstäbe für die englische Theatermalerei. Ein großer Teil seiner Bühnenbilder ging jedoch bei einem Brand im Londoner Covent Garden Theatre verloren.

Eine enge Freundschaft pflegte er mit William Hogarth, welcher einer der Künstler war, die Lambert mit der Staffage unterstützten. 1755 war er Teil des Künstlerkommitees, welches offiziell die Gründung einer königlichen Kunstakademie in London vorschlug, was dann mit einiger Verspätung 1768 auf Geheiß des Königs George III. tatsächlich erfolgte.

1761 wurde er eines der ersten Mitglieder der „Society of Artists of Great Britain“, mit welcher er bis 1764 ausstellte. Im Folgejahr kam es zur Abspaltung der „Incorporated Society of Artists of Great Britain“, deren erster Präsident er wurde.

Noch im selben Jahr starb er jedoch in seinem Haus am Piazza in Covent Garden. Über die historische Rolle Lamberts schrieb Sir Ellis Waterhouse: „Lambert war der erste heimische Künstler, welcher die Regeln der Kunst auf die britische ländliche Szenerie anwandte, und in diesem Sinne folgte ihm Wilson.“

Bewunderung erfuhr er auch von seinem Freund Hogarth, der ihn wegen des über seinen Landschaften ausgebreiteten sanften Lichts mit Claude Lorrain verglich. Auch die italienische Landschaftstradition beeinflußte ihn, obgleich er selbst nie Italien besuchte. Bedeutende Schüler Lamberts waren John Inigo Richards und John Collett.

 

Verweise:

https://art-depesche.de/malerei/131-richard-wilson-–-der-erste-große-britische-landschafter.html
https://collections.britishart.yale.edu/catalog/tms:347
https://collections.britishart.yale.edu/?f%5Bauthor_ss%5D%5B%5D=George+Lambert%2C+1700–1765%2C+British
https://artuk.org/discover/artists/lambert-george-c-17001765
http://www.artcyclopedia.com/artists/lambert_george.html
http://www.artnet.de/künstler/george-lambert-2/

George Lambert, Vater der britischen Landschaftsmalerei https://art-depesche.de/images/2022/0621/George_Lambert_Kirkstall_Abbey_Yorkshire.jpg Ruedi Strese