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Johann Nepomuk Schödlberger „Felsküste im Mondschein“ (Öl auf Leinwand, 1830, 64,5 cm x 51,5 cm

Berlin – Die österreichische Landschaftsmalerei der Romantik beschränkte sich nicht auf Ferdinand Georg Waldmüller. Ein nicht sehr bekannter, aber beachtlicher und früher Vertreter dieses Metiers war der Wiener Johann Nepomuk Schödlberger, der Ideallandschaften schuf, welche Erinnerungen an barocke Meister wecken.

1779 kam er in Wien zur Welt. Von den Eltern heißt es, sie seien arm gewesen. Bereits früh zeigte er zeichnerische Begabung und soll darin bereits andere Kinder unterrichtet haben, bevor er überhaupt des Schreibens mächtig war. Im Alter von zwölf Jahren erhielt er erstmals formalen Kunstunterricht, welcher im Alter von 18 Jahren abgeschlossen war.

Ab 1797 unterrichtete er selbst als Hilfslehrer an der St. Anna-Zeichenschule, und ab 1799 dann als Zeichenlehrer bei der Zollerschen Hauptschule in Wien-Neubau. Hier teilte er sich einen Raum mit Anton Petter, einem Klassizisten, welcher später Direktor der Wiener Akademie der Künste wurde.

1801 belegte er Kurse an dieser Akademie, und 1803 besuchte er während einer Bildungsreise Salzburg und Oberösterreich. Nachdem er sein ganzes bisheriges Leben in Wien verbracht hatte, war dies das erste Mal, daß er derart prächtige Landschaften in natura sah und nicht nur in Vermittlung durch die Gemälde von Künstlerkollegen.

Er reiste in Folge nach Dresden, um die Gemäldegalerie Alte Meister zu besuchen und sich durch das Abmalen je eines Gemäldes von Claude Lorrains und Jacob van Ruisdael fortzubilden; ein Einfluß, der auch in seinen eigenen Werken durchscheinen würde. Ein Bewunderer dieser wurde der Graf Lambert, welcher einige erstand und so erheblich dazu beitrug, Schödlbergers Namen unter Kunstfreunden bekannt zu machen.

Bald erfreute er sich in adligen Kreisen großer Beliebtheit, und selbst Kaiser Franz II. schätzte ihn sehr. Da konnten akademische Würden nicht ausbleiben; er wurde 1815 in die Akademie aufgenommen, und im Jahr darauf erhielt er dort einen Lehrauftrag. Sein berühmtester Schüler dürfte wohl Ferdinand Georg Waldmüller sein.

1817/18 konnte er schließlich gar eine Reise nach Italien unternehmen, dabei besuchte er Rom, Florenz und Neapel. Die Ergebnisse beeindruckten den Kaiser, und er beschloß, einige Werke für das Belvedere zu erstehen. Später erhielt Schödlberger auch Aufträge von bayerischen König Ludwig I.

Unser Künstler, der weitgehend als Autodidakt betrachtet werden kann, malte mit Vorliebe idealisierte Landschaften, zum Teil mit Figuren, welche eher an Poussin oder Lorrain erinnern als an seinen Zeitgenossen Caspar David Friedrich. Spätere Werke sind der Romantik formal näher, gelten jedoch als künstlerisch weniger bedeutsam. Schödlberger starb 1853 in Wien.

 

Verweise:

https://www.biographien.ac.at/oebl_11/8.pdf
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Johann_Nepomuk_Schödlberger
https://www.dorotheum.com/de/k/johann-nepomuk-schoedlberger/
http://www.artnet.de/künstler/johann-nepomuk-schödlberger/
https://www.hampel-auctions.com/a/Johann-Nepomuk-Schoedlberger-1779-Wien-1853.html?a=113&s=579&id=546140
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/schoedlberger-johann-nepomuk.html

Wiener Landschaftsmalerei: Johann Nepomuk Schödlberger https://art-depesche.de/images/2022/0629/Johann_Nepomuk_Schoedlberger_Felskueste_im_Mondschein.jpg Ruedi Strese