static-aside-menu-toggler
gkSearch
Der Theaterbau des Schlosses Charlottenburg (© SPSG / Detlef Presberger)

Berlin – Schon bald ist es soweit: Das Museumsensemble um das Schloß Charlottenburg bekommt Zuwachs. Dabei handelt es sich nicht um ein neues Museum, sondern um das bekannte Käthe-Kollwitz-Museum, welches zuvor in der Fasanenstraße residierte, welches dort sein neues Quartier bezieht und ab Herbst zu besuchen sein soll.

Langweilig war es dem Schloß selbst, der Sammlung Scharf-Gerstenberg, dem Museum Berggruen und dem Bröhan-Museum geworden; immer die selben Gesichter! Doch mit dem Umzug des Kollwitz-Museums in den Theaterbau am Schloß kommt wieder Bewegung in das museale Kaffeekränzchen.

Die Sammlung des Hauses umfaßt über etwa 200 druckgrafische und zeichnerische Arbeiten, darunter zahlreiche bekannte, eher dem Agitprop zuzurechnende Werke wie etwa die Lithografie „Brot!“ oder das Plakat „Nie wieder Krieg“ (1924), zudem das gesamte plastische Werk. Bedeutend die zahlreichen Selbstbildnisse (von 1888/89 bis 1938), der Holzschnittzyklus „Krieg“ (1922/23), Arbeiten für das Gedenkblatt für Karl Liebknecht (1919/20) oder die wenig bekannten, symbolistisch geprägten Frühwerke.

Die Räume in der Fasanenstraße 24 waren für größere Ausstellungen zu klein geworden, nicht barrierefrei, die Sanitäranlagen reichten nicht aus, und aus Denkmalschutzgründen waren bauliche Veränderungen nicht möglich – zudem war der Mietvertrag gekündigt worden.

Der frühklassizistische Theaterbau am Ende des westlichen Schloßflügels war von 1787–1791 unter König Friedrich Wilhelm II. nach den Plänen Carl Gotthard Langhans’, dem Schöpfer des Brandenburger Tores, errichtet worden und spielte in der Pflege der deutschen Literatur eine bedeutende Rolle.

Der Mietvertrag wurde zum 1. April 2022 geschlossen, zunächst auf eine Dauer von 20 Jahren mit der Option auf Verlängerung. Dabei soll zunächst nur das Erdgeschoß genutzt werden, ab 2024 dann auch das erste Obergeschoß. Neben der Dauerausstellung und den Büros sind Räume für die Bibliothek, ein kleiner Veranstaltungssaal und ein Raum für museumspädagogische Projekte vorgesehen.

Die Vorteile der neuen Räumlichkeiten sind zahlreich. Zum einen wird etwa doppelt soviel Platz sein, der Zugang ist barrierefrei, und die Räume sind temperierbar, wodurch nun auch Werke gezeigt werden können, welche bislang aus konservatorischen Gründen unter Verschluß bleiben mußten.

Das 1986 gegründete Museum wurde lange nur von einem privaten „Käthe-Kollwitz-Museum und grafische Sammlung Hans Pels-Leusden e.V.“ getragen, erst in jüngster Zeit wird es mit 360.000 Euro jährlich aus dem Haushalt der Stadt mitfinanziert. Vereinsvorsitzender ist der Politiker Eberhard Diepgen, einst Regierender Bürgermeister von Berlin.

Nach dem Käthe-Kollwitz-Museum hat übrigens auch die Kulturstiftung der Länder zum 1. Juli 2022 einen Mietvertrag abgeschlossen und wird dort in den Räumen des zweiten Obergeschosses ihren neuen Sitz erhalten. Weitere Räume werden für Depots des Museums für Vor- und Frühgeschichte sowie vom Vermieter, der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) genutzt werden.

 

Verweise:

https://www.kaethe-kollwitz.berlin/museumsumzug/umzugsblog/

Bald am Schloß Charlottenburg: das Käthe-Kollwitz-Museum https://art-depesche.de/images/2022/0706/Theaterbau_Charlottenburg.jpg Ruedi Strese