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Max Slevogt „Sonnige Gartenecke“ (1921, Neue Pinakothek in München) | Quelle: ART DEPESCHE

Berlin - Max Slevogt bildete mit Lovis Corinth und Max Liebermann das große Dreigespann der impressionistischen Freilichtmalerei in Deutschland.

Geboren wurde er in Landshut, das Geburtsjahr war 1868, somit war er etwa 10 Jahre jünger als Corinth und 20 Jahre jünger als Liebermann. 1870 zog er, nach dem Tod seines Vaters, mit der Mutter nach Würzburg, wo er von 1874-1884 die Schule besuchte. Es folgte gleich im Anschluß das Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München, welches bis 1889 währte. Seine Lehrer in der Münchener Zeit waren unter anderem Wilhelm von Diez, Gabriel von Hackl, Karl Raupp und Johann Caspar Herterich. Die Werke dieser Zeit waren entsprechend stark von der akademischen Münchener Schule beeinflußt und in zurückhaltenden, erdigen Farben gehalten.
1889 ging es dann nach Paris, wo er für eine Weile die angesehene private Académie Julian besuchte. Von da an öffnete er sich dem impressionistischen Einfluß, die Bilder wurden lebendiger und farbenfroher. Auch eine im folgenden Jahr mit seinem Freund Robert Breyer erlebte Italienreise dürfte ihn in dieser Richtung beeinflußt haben – er wäre nicht der einzige Künstler, dessen Wahrnehmung des Lichtes sich unter dem Eindruck der südlichen Sonne entscheidend verändert hätte.

1896 arbeitete Slevogt als Karikaturist für die bekannten Münchener Publikationen „Jugend“ und „Simplicissismus“; im Folgejahr brachte er zu seiner ersten Einzelausstellung. Diese fand in Wien statt. 1898 dann schloß er die Ehe mit Antonie („Nini“) Finkler, welche zu einem seiner bevorzugten Motive wurde („Nini am Weinspalier“, „Nini mit Katze“ u.a.). 1899 beteiligte er sich an der Ausstellung der Münchener Secession, das dort gezeigte Bild wurde jedoch als zu obszön wieder entfernt. Das im gleichen Jahr bei der Debutausstellung des Berliner Ablegers präsentierte Triptychon „Der verlorene Sohn“ wurde hingegen zu einem bedeutenden Erfolg.
In der Pariser Weltausstellung 1900 war er mit einem Werk im Deutschen Pavillon vertreten, in dieser Zeit ließ er sich stark von Manet beeindrucken. 1901 zog er mit Lovis Corinth nach Berlin und schloß sich der Berliner Secession an. Er schuf zusehends einen eigenen, lichtdurchfluteten und lebhaften Stil, im Vergleich zu den Franzosen oft deutlich rauher. Eine Reise nach Ägypten 1914 verstärkte die Dominanz der Licht- und Farbeffekte gegenüber dem Thema noch einmal; die unter dem Eindruck dieser Reise entstandenen Arbeiten gelten als Höhepunkte seines Schaffens.

Wie für zahlreiche andere Künstler, etwa Otto Dix oder Heinrich Vogeler, wurde das Geschehen des Ersten Weltkriegs zum prägenden Erlebnis und schlug sich in seinen nun auch nicht selten düsteren Arbeiten nieder, wenn er auch dem impressionistischen Grundrezept verbunden blieb. 1917 wurde er zum Vorsteher eines Meisterateliers für Malerei an der Berliner Akademie der Künste berufen. 1924 entwarf er Bühnenbilder für die Dresdener Staatsoper, 1927 wurde der Bremer Ratskeller durch Slevogtsche Wandmalereien geschmückt. 1928 wurde er anläßlich seines 60. Geburtstages mit einer Sonderausstellung in der Preußischen Akademie der Künste in Berlin geehrt. Zu seinen letzten Werken gehört das Wandbild „Golgotha“, welches 1931 bis 1932 in der Friedenskirche in Ludwigshafen am Rhein entstand. Slevogt starb bereits 1932, so daß er die Zerstörung dieses Werkes durch die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erleben mußte. Slevogts reichhaltiges Oeuvre umfaßt unter anderem Ölgemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphiken und gehört zum Bestand zahlreicher Museen.

Später Impressionismus in Deutschland: Max Slevogt https://art-depesche.de/images/IMG_0821_1024px.jpg Ruedi Strese