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Max Liebermann „Garten in Noordwijk-Binnen“ (Öl auf Leinwand, 1909, Privatsammlung)

Berlin – Die Liebermann-Villa am Wannsee kann wieder einmal mit einem kleinen Glanzlicht aufwarten. Zum 175. Geburtstag des Künstlers sind dort unter dem Titel „Küste in Sicht! Max Liebermann in Noordwijk“ bis zum 19. September 30 Bilder aus Privatsammlungen in einer Ausstellung vereint, welche Liebermann in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg von der holländischen Küste schuf.

Von 1905 bis 1913 verbrachte Liebermann fast jeden Sommer in Noordwijk, einem kleinen Fischerdorf an der holländischen Nordseeküste. Nur im Sommer 1910 blieb er in Berlin; es war der erste Sommer in der neu errichteten Wannsee-Villa. Erst der Weltkrieg setzte den Hollandreisen ein Ende, von nun an blieb der Wannsee Liebermanns Sommerdomizil bis zu seinem Tod 1935.

Noordwijk war für Liebermann überaus inspirierend; er malte dort zahlreiche Bilder. Das Museum hat aus verschiedenen Privatsammlungen dreißig der Werke zusammengetragen. Liebermann malte unter freiem Himmel, in kraftvollen, zumeist eher minimalistisch ausgeführten Ölgemälden und kleinen Pastellen hielt er vorrangig Strandszenen fest.

Einige Bilder, etwa „Hauseingang“ (1905) oder „Gemüsekarren – Hundekarren“ (1906) fallen thematisch und stilistisch etwas heraus, sind näher am Frühwerk und zeigen, daß der deutsche Impressionismus Liebermanns auf einer eigenen Tradition aufbaut, sie erinnern eher an den proto-impressionistischen Menzel als an Monet. Wenn ein Franzose als Vergleich herangezogen werden mag, dann vielleicht Eugène Boudin.

Nicht nur in der Chronologie, sondern auch im Stil gelten die Noordwijk-Bilder als unmittelbarer Vorläufer des brillanten Spätwerks am Wannsee; besonders anschaulich macht dies der „Garten in Noordwijk-Binnen“ (1909).

Eine kleine, aber feine Ausstellung, deren Besuch man natürlich mit einem Blick auf den berühmten Garten des Malers verbinden sollte. Zu erwähnen auch, daß anläßlich der Ausstellung die Max-Liebermann-Stiftung in Noordwijk die Broschüre „Max Liebermann in Noordwijk“ von Jaques Dekker erstmals in deutscher Sprache aufgelegt hat.

Hinweis am Rande: Einige Handzeichnungen und Druckgrafiken Liebermanns zeigt bis zum 21. August übrigens die in der Nähe des Wannsees gelegene Galerie Mutter Fourage. Die Liebermann-Villa befindet sich in der Colomierstraße 3 in 14109 Berlin und hat täglich außer am Dienstag von 10-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet regulär 10,-, ermäßigt 6,- Euro.

 

Verweise:

https://liebermann-villa.de/ausstellungen/kueste-in-sicht/
https://shop.liebermann-villa.de/de/product/48546
https://galeriemutterfourage.de/

Max Liebermanns letzte Bilder aus Holland – Ausstellung in Berlin https://art-depesche.de/images/2022/0711/Garten_in_Noordwijk-Binnen.jpg Ruedi Strese