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Marius Lewandowski (1960-2022)

Berlin – Mit seinen surrealistischen Arbeiten, die an die Tradition seines Landsmannes Zdzisław Beksiński anknüpften, konnte er ein großes Publikum begeistern, nicht zuletzt dadurch, daß in den letzten Jahren zahlreiche Metal-Bands seine Bilder als Coverartworks nutzten.

Geboren worden war Lewandowski 1960 in der Kleinstadt Działdowo, Polen. Im Alter von zwei Jahren zog die Familie in den Norden des Landes, nach Górowo Iławeckie, wo Lewandowski seitdem geblieben war.

Eine eigentliche künstlerische Ausbildung hatte er nie. Auch wenn er als junger Mensch Laienkurse in Pleinairmalerei besucht hatte, so blieb er doch Autodidakt, und Materialien waren kaum verfügbar. Im Interview mit der ART DEPESCHE hatte er dies so ausgedrückt:

„Der Rest meiner Erziehung in diesem Feld bestand aus schlaflosen Nächten, in denen ich meine Technik entwickelt habe, die Gemälde alter Meister studiert, gefallen und wieder aufgestanden bin und, am wichtigsten, allen Widrigkeiten zum Trotz nie aufgegeben habe.“

Von allen Künstlern des 20. Jahrhunderts hatte Zdzisław Beksiński den größten Einfluß auf Lewandowskis Werk:

„Ich möchte den Menschen eine unwirkliche Welt zeigen. Etwas, das nicht photographiert werden kann. Manchmal ist es eine Vision eines Verfallszustandes, ein scheinbarer Mangel an Hoffnung, aber ich versuche, in die Bilder die Notwendigkeit für eigene Deutungen hineinzuschmuggeln. Und ob man das Surrealismus, magischer Realismus oder anders nennt, ist, so denke ich, von zweitrangiger Bedeutung.“

Lewandowski bezeichnete sich selbst als Romantiker. Es sei „eine Art von Sehnsucht nach diesen grenzenlosen Räumen, nach dem Licht, welches das Leben uns gibt, und nach dem Mysterium, welches sich unter der Kapuze einer scheinbar boshaften Figur oder hinter der Spalte in einem nahen Felsen verbirgt.“

Zu seiner Rolle als Schöpfer von Metal-Alben-Covern war Lewandowski erst 2017 gekommen, als die Doom/Death-Metal-Band BELL WITCH seine Bilder im Internet entdeckte und ihn bat, ihr neues Album zu gestalten. Dann ging es bald Schlag auf Schlag, und in den letzten Jahren wurde unser Künstler einer der profiliertesten Schöpfer von Albencovern; etliche Bands nutzten seine Bilder.

Er selbst hatte keine so festgelegten musikalischen Präferenzen, war generell ein Musikliebhaber, mochte jedoch allgemein „diese dynamische und ausdrucksstarke Musik“ der Bands, mit denen er zusammenarbeitete.

Vor wenigen Tagen erst hat Mariusz Lewandowski diese Welt verlassen. Die Kunstwelt hat einen beeindruckenden Schilderer fantastischer Welten verloren, die Metal-Szene einen der fähigsten Coverkünstler. Wir wünschen ihm eine gute Reise und möchten unsere Leser noch einmal anhalten, sich mit seinen Arbeiten zu befassen. Sie sind es wert.

 

Verweise:

https://www.facebook.com/MariuszLewandowskiART
https://www.lewandowski.art/
https://art-depesche.de/interview/856-surreale-visionen-mariusz-lewandowski-im-interview,-teil-1.html
https://art-depesche.de/interview/858-surreale-visionen-mariusz-lewandowski-im-interview,-teil-2.html
https://www.decibelmagazine.com/2019/12/02/a-guide-to-mariusz-lewandowskis-2019-album-covers/

Im Gedenken an Mariusz Lewandowski (1960-2022) https://art-depesche.de/images/2022/0717/Marius_Lewandowski-1960-2022.jpg Ruedi Strese