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Otto Bache „Knippelsbro“ (Öl auf Leinwand, spätes 19. Jahrhundert, 30,5 cm x 43 cm)

Berlin – Ein dänischer Künstler des 19. Jahrhunderts, der auf exzellente Weise den Hintergrund der akademischen Malerei mit den Erfahrungen der zeitgenössischen Strömungen von Naturalismus und Lichtmalerei verband, war Otto Bache. Werfen wir einen kurzen Blick auf sein Leben und Schaffen ...

Geboren wurde er 1839 in einer bürgerlichen Familie in Roskilde, gehörte also der gleichen Generation an wie die großen Impressionisten Frankreichs, oder in Deutschland die Realisten Hans Thoma oder Wilhelm Leibl. Bereits als Zehnjähriger begann Bache sein Studium an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen.

Ab 1854 wurde er von dem bedeutenden Kunsterzieher Wilhelm Marstrand unterrichtet, beendete das Studium jedoch 1856 ohne Abschluß. Das hinderte ihn nicht daran, in diesem und dem folgenden Jahr (?) mit der Silbermedaille der Akademie ausgezeichnet zu werden, ebenso erhielt er den Neuhausen-Preis.

1866 wurde ihm von der Akademie ein Reisestipendium verliehen, welches ihn über Paris nach Italien führen sollte. Die Zeit in Paris hinterließ einen bleibenden Eindruck und führte zu einer freieren, leichteren und farbenfroheren Malweise.

1867 ging es nach Italien, wo Bache zunächst in Florenz lebte und arbeitete und Werke alter Meister wie Tizian und Giorgione studierte. Als in Florenz die Cholera ausbrach, besuchte er Neapel, Pompeji und Rom und kehrte 1868 nach Kopenhagen zurück, wo er eine Clara Charlotte Elise Haagensen (1846–1927) ehelichte.

Er war in Dänemark nun ein höchst angesehener Künstler, der ein ausgesprochen vielseitiges Werk auf die Leinwand brachte; er malte Porträts, Tierbilder, Genreszenen, Veduten und Landschaften. 1872 wurde er offizielles Akademiemitglied, 1878 erhielt er seine Professur. Aufträge des dänischen Königshauses und des Dänische Nationalhistorischen Museums Frederiksborg führten dazu, daß er sich auch in repräsentativen Großgemälden mit Ereignissen der dänischen Geschichte auseinandersetzte.

In späteren Jahren war er zudem mehrfach Vizedirektor und Direktor der Akademie, wobei er von seiner letzten Amtszeit als Direktor aufgrund einer Auseinandersetzung mit dem Kulturminister Enevold Sørensen zurücktrat. Als er 1927 in Kopenhagen starb, konnte er auf eine ausgesprochen erfolgreiche Karriere zurückblicken. Seine Gemälde finden sich heutzutage unter anderem in der Dänischen Nationalgalerie, im Dänischen Nationalhistorischen Museum Frederiksborg, im Schwedischen Nationalmuseum und in der Schottischen Nationalgalerie.

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/otto-bache/

Otto Bache: aus Dänemarks bürgerlichem Realismus https://art-depesche.de/images/2022/0720/Otto_Bache-Knippelsbro.jpg Ruedi Strese