Donatello „Maria mit dem Kinde (Pazzi-Madonna)“ (Marmor, ca. 1422, Staatliche Museen zu Berlin)

Berlin – Da hat die Berliner Nationalgalerie in ihrer Zweigstelle für alte Meister von Gotik bis Barock, der Gemäldegalerie, in schwierigen Zeiten doch eine außerordentlich gelungene Ausstellung auf die Beine gestellt: Mit Meisterwerken aus der Berliner Sammlung und internationalen Leihgaben wird bis zum 8. Januar 2023 Donatello und seiner Zeit Tribut gezollt.

Die ganze Schau wurde von den Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit der Fondazione Palazzo Strozzi und den Musei del Bargello (beide Florenz) sowie dem Victoria & Albert Museum in London organisiert, zu den Werken aus diesen Beständen kommen weitere Leihgaben aus Paris, Boston und Washington.

Insgesamt etwa 90 Arbeiten sind es, darunter zahlreiche Hauptwerke, die hier, in der Wandelhalle der Gemäldegalerie, erstmals zusammen an einem Ort betrachtet werden können. Das heißt: Genau genommen zum zweiten Mal, denn zuvor gab es das gleiche Stelldichein in Florenz, und nach Ende der Zeit in Berlin werden die Arbeiten nach London weiterziehen.

Zu Donatello (etwa 1386–1466) selbst müssen vermutlich nicht allzuviele Worte verloren werden. Der Bildhauer war einer der Pioniere der Renaissance, ein unglaublich vielseitiger Künstler, der sich an etlichen Materialien von Marmor über Terrakotta bis zu Bronze ausprobierte und gerne auch freimütig Verschiedenes kombinierte.

Im Programm ist natürlich das einzigartige Marmorrelief „Maria mit dem Kinde“ (Pazzi-Madonna, etwa 1422), eines der Glanzlichter, normalerweise im Bode-Museum zu sehen, doch auch die Bronzen des monumentalen Hauptaltars der Basilica del Santo in Padua sowie die Marmorskulptur des David aus dem Museo Nazionale del Bargello haben den Weg hierher gefunden.

Ergänzend zu diesen Schlüsselwerken gibt es unter anderem Gipsabdrücke, Skulpturen und Zeichnungen aus der Antikensammlung, dem Kupferstichkabinetts und der Gipsformerei, zudem Arbeiten von Schülern, Nachfolgern und sonstigen Zeitgenossen wie Masaccio, Fra Filippo Lippi oder Andrea Mantegna, wobei, soweit möglich, Bezüge zum Werk Donatellos aufgezeigt werden.

Bemerkenswert auch Bronzinos „Porträt des Ugolino Martelli“ (1540), eines der bedeutendsten Werke aus den Eigenbeständen der Gemäldegalerie, welches im Hintergrund den sogenannten Martelli-David zeigt, welcher in Donatellos letzten Jahren bzw. nach seinem Ableben von Antonio Rossellino nach einer Vorlage des Meisters geschaffen wurde und welcher hier im gleichen Raum wie das Gemälde gezeigt wird.

Begleitend zur Ausstellung ist im E.A. Seemann Verlag, Leipzig, ein Katalog erschienen, mit ca. 280 Seiten und 230 Abbildungen. ISBN der deutschen Ausgabe: 978-3-86502-482-4, ISBN der englischen Ausgabe: 978-3-86502-484-8.

Die Gemäldegalerie befindet sich am Matthäikirchplatz in 10785 Berlin, geöffnet hat sie von Dienstag bis Sonntag von 10-18 bzw. am Donnerstag bis 20 Uhr.

 

Verweise:

https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/gemaeldegalerie/ausstellungen/detail/donatello/

„Erfinder der Renaissance“: Donatello in der Gemäldegalerie https://art-depesche.de/images/2022/0920/Donatello_-_Maria_mit_dem_Kinde_Pazzi-Madonna.jpg Ruedi Strese
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