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Antonio Leto „Eine Ansicht der Bucht von Neapel mit Fischern im Vordergrund“ (Öl auf Leinwand, 39,3 cm x 64,2 cm

Berlin – Im Vergleich mit der französischen Freilichtmalerei findet ihr italienisches Gegenstück in Deutschland wenig Beachtung, obgleich auch diese hervorragende Künstler hervorgebracht hat, denken wir etwa an Silvestro Lega oder Giuseppe de Nittis. Als ein weiterer begabter Vertreter des Metiers zu nennen wäre Antonino Leto, der sich vor allem mit süditalienischen Landschaften und Genreszenen befaßte und dessen Leben und Schaffen wir uns heute widmen möchten.

Damit wir dies tun können, ließ Leto sich vorausschauend gebären, und zwar 1844 in Monreale, Sizilien. Er studierte zunächst alte Sprachen, ließ jedoch 1861 davon ab, als er dank der finanziellen Unterstützung entweder der Stadt oder eines Onkels (beide Versionen sind zu finden) ein Studium der Malerei in Palermo beginnen konnte. Seine Lehrer dort waren Luigi Barba und Luigi Lojacono, beeinflussen ließ er sich zudem vor allem von den Freilichtmalern Francesco Lojacono und Filippo Palizzi.

1864 zog er nach Neapel, wo er die Malerei der der realistischen und frühimpressionistischen Pleinairmalerei zugerechneten Schule von Resina um Giuseppe de Nittis kennenlernte; bei dessen Mitstreiter Adriano Cecioni nahm Leto auch Unterricht.

1870 konnte er auf Sizilien seine ersten Bilder verkaufen und erste Medaillen gewinnen. 1872 konnte er mit einem Gemälde an der Ausstellung der Kunstakademie Brera in Mailand teilnehmen. 1873 traf er sich mit weiteren Künstlern der Schule von Resina in Portico. Gemeinsam reiste die Gruppe nach Rom, wo Leto sich mit Francesco Paolo Michetti anfreundete.

In den folgenden Jahren hielt er sich, durch Stipendien finanziert, vornehmlich in Rom und Florenz auf, studierte auch an der Römischen Akademie. Es gab in jener Zeit einige erfolgreiche Ausstellungsbeteiligungen. 1879 ging er auf Einladung der Galerie Goupil für ein Jahr nach Paris, wo er sich mit dem gerade in voller Blüte befindlichen französischen Impressionismus auseinandersetzte, unter anderem lernte er auch Édouard Manet kennen.

1880 erhielt er einen größeren Auftrag in Palermo, wo er ein Privathaus mit Wandmalereien, Veduten und Genreszenen, ausstattete. 1882 verlegte er seinen Wohnsitz nach Capri. Aufgrund gesundheitlicher Schwierigkeiten konnte er kaum noch reisen, sandte jedoch regelmäßig Beiträge zu nationalen und internationalen Ausstellungen, darunter an so namhaften Veranstaltungen wie der Ausstellung im Glaspalast München 1894, an der Weltausstellung Paris 1889 und an der Biennale Venedig 1910.

In seinen letzten Lebensjahren lag der Schwerpunkt seines Schaffens bei lichten Strandszenen und Seestücken des italienischen Südens. Er starb 1913 in Capri und wird heute, neben Francesco Lojacono and Michele Catti, zur kanonischen Triade der sizilianischen Freilichtmaler des ausgehenden 19. Jahrhunderts gezählt.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/antonino-leto/
https://www.mutualart.com/Artist/Antonino-Leto/DCF2AFBA4D48777C
https://www.alamy.de/fotos-bilder/antonino-leto.html
https://art-depesche.de/malerei/488-giuseppe-de-nittis-–-früher-impressionismus-aus-italien.html
https://art-depesche.de/malerei/867-der-italienische-freilichtmaler-pompeo-mariani.html
https://art-depesche.de/malerei/793-aus-der-italienischen-freilichtmalerei-vincenzo-cabianca.html
https://art-depesche.de/malerei/629-silvestro-lega-zwischen-realismus-und-impressionismus.html

Antonino Leto: Maler der Sonne Süditaliens https://art-depesche.de/images/2022/0923/Antonino_Leto_-_Una_veduta_del_golfo_di_Napoli_con_i_pescatori_nella_priorita_alta.jpg Ruedi Strese