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Pietro Fragiacomo „Armes Venedig“ (Öl auf Leinwand, 1882, 78 cm x 147 cm, aus Privatsammlung)

Berlin – Venedig hat als Sujet der Malerei eine lange Tradition, wobei wir wohl zuerst an die klassischen Veduten eines Canaletto oder impressionistische Lichtmalerei wie von Martín Rico y Ortega denken. Ganz andere, oft nächtliche oder eher düstere Stimmungen Venedigs fing Pietro Fragiacomo ein. Ihm ist die heutige Folge unserer Reihe kurzer Künstlerbiografien gewidmet.

Geboren wurde er 1856 in der damals hauptsächlich italienisch bewohnten, heute zu Slowenien gehörenden Stadt Piran bei Triest. Den Großteil seines Lebens sollte er jedoch in Venedig verbringen. In den Jugendjahren ging er autodidaktischen Naturstudien nach, arbeitete dann sechs Jahre als Tischler, Dreher und Schmied.

Er schrieb sich an der Academie di belle arti in Venedig ein und war Schüler des Vedutenmalers Domenico Bresolin. Dies soll 1877 oder 1878 gewesen sein; er blieb wohl nur ein Jahr. In jener Zeit schloß er auch eine enge Freundschaft mit Giacomo Favretto, mit dessen Wirken wir uns in einer der nächsten Folgen befassen werden. Die beiden widmeten sich oft gemeinsam der Freilichtmalerei.

Seine Motive holte Fragiacomo vornehmlich in und um Venedig, insbesondere an der venezianischen Lagune, doch auch in den Friauler Dolomiten. Er wurde schnell zu einem der angesehensten venezianischen Landschafter seiner Zeit, wobei er sich zwischen malerischem Realismus und Stimmungslandschaften mit zusehends symbolistischen Anklängen bewegte.

So manches seiner Gemälde hatte die Nacht in Venedig zum Thema; hierin traf er sich mit dem noch stärker symbolistisch orientierten Mario de Maria. Sein Gemälde Tristezza (Traurigkeit) wurde 1895 in Venedig und im Folgejahr gleich noch einmal in Berlin ausgezeichnet.

Er beteiligte sich überhaupt mit großem Erfolg an nationalen wie internationalen Ausstellungen in Venedig, Mailand, München, Berlin und Paris, konnte wiederholt bedeutende Preise gewinnen. Reisen führten ihn 1889 und 1892 nach München, 1889 nach Paris und 1890 nach Konstantinopel. An der Biennale in der Lagunenstadt nahm er von 1895 bis zu seinem Tod 1922 eben dort sogar jedes Jahr teil; die Biennale widmete ihm 1910 zudem eine Einzelausstellung, und 1924 gab es noch eine posthume Retrospektive.

 

Verweise:

https://www.frammentiarte.it/2016/fragiacomo-pietro/
https://www.dorotheum.com/de/k/pietro-fragiacomo/
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/fragiacomo-pietro.html
http://www.artnet.de/künstler/pietro-fragiacomo/
https://sammlung.belvedere.at/people/516/pietro-fragiacomo;jsessionid=0B2EE08C4DBB0477DEA9EBF973DCDAF0
https://www.hellenicaworld.com/Art/Paintings/en/PietroFragiacomo.html

Pietro Fragiacomo: Maler des anderen Venedig https://art-depesche.de/images/2022/1013/Pietro_Fragiacomo_-_Armes_Venedig.jpg Ruedi Strese