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„Eingang zur Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank“ (Foto: Kunstforum)

Berlin – Gemeinsam mit dem Berliner Stadtmuseum hat das Kunstforum der Berliner Volksbank eine Retrospektive auf die Beine gestellt, deren Betrachtung sich durchaus lohnt. Unter dem Titel „Aufbrüche. Abbrüche. Umbrüche. Kunst in Ost-Berlin 1985 – 1995“ wird noch bis zum 11. Dezember genau solche gezeigt. Es sind einige bekannte Namen und gelungene Bilder dabei.

Vorab sei gleich bemerkt, daß die beiden Veranstalter ihre Beiträge kaum vermengt haben. Das Kunstforum der Berliner Volksbank bedient sich seiner Ausstellungsräume am Kaiserdamm in Charlottenburg und zeigt vor allem den eigenen Besitz, die Arbeiten aus den Beständen des Stadtmuseums hingegen sind im Museum Nikolaikirche sowie im Ephraim-Palais zu besichtigen. Unser heutiger Beitrag befaßt sich ausschließlich mit der Ausstellung im Kunstforum.

Die Wendezeit spielt für die Kunstsammlung eine besondere Rolle, denn sie wurde 1985 ins Leben gerufen und vereint seither bevorzugt Kunstwerke mit Figurendarstellungen aus der (ehemaligen) DDR und (Ost-)Berlin. Eine besondere Rolle spielte dabei die Ausstellung „Zeitvergleich ’88“, bei welcher 13 DDR-Maler in West-Berlin ausstellten; bei dieser Gelegenheit erwarb die Sammlung ganze 30 Kunstwerke, von welchen einige auch aktuell zu besichtigen sind.

Unter den vertretenen Künstlern, deren Namen Interessierte sicher schon einmal gehört haben, sind etwa Bernhard Heisig, Max Uhlig, Walter Libuda, Werner Liebmann, Harald Metzkes, Rolf Händler, Konrad Knebel und Wolfgang Peuker. Die meisten der Bilder sind regelmäßigen Besuchern des Hauses sicher bekannt und doch sehenswert. Die Bildhauerei wird mit Sylvia Hagen, Berndt Wilde, Baldur Schönfelder und Ingeborg Hunzinger abgedeckt.

Die kleine Kammer im Erdgeschoß zeigt eine Reihe von Arbeiten der Fotografin Ilona Ripke, welche im Auftrag des staatlichen Kunsthandels der DDR Fotografien für Ausstellungen und Kataloge anfertigte; wir gwinnen Einblicke in Künstlerateliers von Walter Libuda, Konrad Knebel, Harald Metzkes und anderen.

Eine Neuerung ist, daß die Ausstellung sich diesmal nicht auf das Erdgeschoß beschränkt, sondern auf das erste Obergeschoß ausgeweitet wurde. Die dortigen Räume sind exklusiv den weiblichen Protagonisten der Sammlung gewidmet, darunter Erika Stürmer-Alex und Ulla Walter; Angela Hampel, welche als einzige Frau auch bereits an „Zeitvergleich ’88“ beteiligt war, bekommt gar einen eigenen Raum. Neben Malerei und Grafik sind auch hier Fotografien im Programm.

Zu der also durchaus interessanten Ausstellung erschien nicht nur ein umfassender Katalog, auch wurde jüngst ein aktualisiertes Verzeichnis des Sammlungsbestandes herausgegeben. Auf 320 Seiten mit 500 farbigen Abbildungen sind die rund 1.500 Werke von ebenso runden 160 in der Sammlung vertretenen Künstlern erfaßt, dazu gibt es Informationen zur Sammlungsgeschichte und Gespräche mit Eingeweihten der Ostberliner Kunstwelt.

Das Kunstforum der Berliner Volksbank befindet sich am Kaiserdamm 105 in 14057 Berlin. Geöffnet hat es von Dienstag bis Sonntag, jeweils 10 bis 18 Uhr, der Montag ist Schließtag. Der Eintritt kostet regulär 4,-, ermäßigt 3,- Euro.

 

Verweise:

https://kunstforum.berlin/ausstellung/aufbrueche-umbrueche-abbrueche/

Ostberliner Kunst aus der Wendezeit bei der Berliner Volksbank https://art-depesche.de/images/2022/1017/Eingang_zur_Stiftung_Kunstforum_der_Berliner_Volksbank.jpg Ruedi Strese