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„Farben – Kinder des Lichts“ (Ausstellungsansicht aus dem Bargheer-Museum)

Hamburg – Das Hamburger Bargheer-Museum gehört zu den hübschen kleinen Museen, welche sich speziell dem Erbe eines einzelnen Künstlers und seines Umfelds widmen und dabei immer wieder interessante Akzente setzen können. Die aktuelle Sonderschau geht bis zum 26. Februar 2023, nennt sich „Farben – Kinder des Lichts“ und bringt dem Publikum die Aquarelle Bargheers näher.

Eduard Bargheer (1901-1979) war an der Elbe bei Hamburg aufgewachsen, gehörte später zu den herausragenden Künstlern der Hamburger Sezession und war u.a. eng mit Gretchen Wohlwill befreundet. „Wo viel Wasser ist, da ist viel Licht“ erkannte er schon in frühen Jahren, und von der norddeutschen Landschaft bis zum Mittelmeer folgte er diesem Prinzip.

Die Aquarelle in der aktuellen Schau sind tendenziell chronologisch geordnet, und so lassen sich Lebensstationen und künstlerische Entwicklung nachvollziehen. Es beginnt mit frühen, eher dem Expressionismus nahen Werken aus Hamburg und Umgebung, und dann geht es an die Entdeckung der Welt, nach Paris, London und vor allem Italien, von der Toscana bis nach Ischia.

Die Insel Ischia, wo er sich später niederließ, besuchte er erstmals 1935, und im gleichen Jahr hatte er seine erste persönliche Begegnung mit Paul Klee. Die Einflüsse Klees und des mediterranen Lichts führten bei Bargheer zu einer zunehmenden Abstraktion, wobei er zwar lose am Gegenständlichen blieb, doch mehr und mehr Farben und Strukturen die eigentlichen Stars seiner Bilder wurden; das Lichterlebnis löste sich vom Bildgegenstand.

Wenn wir uns ins Gedächtnis rufen, daß Paul Klee und August Macke 1914 gemeinsam Tunis bereisten, so kann eine vorgestellte Schnittmenge aus den dort entstandenen Aquarellen dieser beiden Künstler als Anhaltspunkt für das Werk Bargheers dienen.

In manchen Bildern aus den 50er und 60er Jahren ist die deutsche Heimat wiederzufinden, vom trüben Berlin bis zum lichten Sylt, auf anderen späten Bildern wiederum geht es weiter nach Süden, bis nach Nordafrika, womit wir wieder bei Klee und Macke wären. Grundsätzlich steht weiter das Empfinden der Farbe im Vordergrund, die Ausstellung spricht von einer „Vereinfachung bis zum Elementaren“.

Es lohnt sich, und: Wer das Bargheer-Museum besuchen möchte, sollte ruhig etwas mehr Zeit mitbringen, denn ist auch das Museum selbst klein, so liegt direkt nebenan auch das Ernst Barlach Haus, und beide befinden sich am ausgesprochen schönen Jenischpark, einem großen Landschaftspark nach englischem Vorbild, welcher selbst verdient, besichtigt zu werden.

Das Bargheer-Museum suchen Sie am besten am (im?) Hochrad 75 (Jenischpark) in 22605 Hamburg, zu erreichen ist es telefonisch unter 040 - 89 80 70 97 oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Geöffnet hat es von Dienstag bis Sonntag 11-18 Uhr; der Eintritt kostet regulär 7,-, ermäßigt 5,- €.

 

Verweise:

https://www.hamburg.de/ausstellung-hamburg/16586574/farben-kinder-des-lichts/
https://bargheer-museum.de/ausstellungen/aktuelle-ausstellung
https://art-depesche.de/malerei/891-hamburger-sezession-zu-gast-in-berlin.html
https://art-depesche.de/malerei/655-„sommertage-auf-ischia“-sonnengewärmte-kunst-in-berlin-mitte.html

„Farben – Kinder des Licht“: Eduard Bargheers Aquarelle in Hamburg https://art-depesche.de/images/2022/1021/Farben__Kinder_des_Lichts.jpg Ruedi Strese