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August Hagborg „Bestattung in einem Dorf am Kanal“ (Öl auf Leinwand, 73,5 cm x 101 cm, Musée des Beaux-Arts de Rouen)

Berlin – Mit der heutigen Folge unserer Reihe kleiner Künstlerbiografien möchten wir den Blick wieder einmal nach Nordeuropa richten. In einem realistischen bis naturalistischen Stil jenseits der akademischen Malerei befaßte August Hagborg sich vornehmlich mit Figurenmalerei, Landschaften und Genreszenen.

Geboren wurde Vilhelm Nikolaus August Hagborg, wie er vollständig hieß, 1852 in Göteborg. Sein Vater war ein Gelehrter (Genaueres weiß ich nicht), und doch nicht begeistert, als der Sohn ihn mit dem Wunsch konfrontierte, Künstler zu werden.

Daß sich August letztlich durchsetzen konnte, wird bereits daran gut erkennbar, daß es diesen Artikel hier gibt. Von 1872 bis 1874 studierte er an der Königlichen Akademie in Stockholm; sein Lehrer war der spanische Genre- und Historienmaler Vicente Palmaroli González.

Als er sich 1875 nach Paris begab, war seine Absicht wohl lediglich die Beendigung seines Studiums; letztlich sollte er jedoch einen großen Teil seines Lebens dort verbringen. Er wurde Teil eines Kreises schwedischer Künstler, welchem auch Prinz Eugen angehörte, und von 1876 bis 1909 sollte er jedes Jahr am Pariser Salon teilnehmen.

Seine frühen Gemälde waren vor allem Genreszenen und Bilder, welche das Leben im Frankreich des 18. Jahrhunderts darstellen sollten, wobei eine gewisse Verwandtschaft zur Malerei bekannter Realisten wie Jules Breton und Jules Bastien-Lepage besteht. Später wurde die Landschaft ein immer wichtigeres Thema; manch kleinere Arbeiten, die eher Studien von See und Wolken darstellen, besitzen bereits einen gewissen Abstraktionsgrad.

Einige seiner Bilder wurden auch vom schwedischen König Oskar II. erstanden. Auf der Weltausstellung in Paris 1878 durfte er sein Heimatland mit einem großformatigen Porträt eines Fischers, welcher seine Tochter auf dem Arm trägt, repräsentieren.

In Frankreich wurde er zum Mitglied der Société nationale des beaux-arts auserwählt, während er in Schweden 1885 die „Opponenterna“ („Gegner“) unterstützte, eine Vereinigung, welche sich über die Kritik an den akademischen Lehrmethoden definierte und immerhin einige namhafte Künstler wie Carl Larsson, Richard Bergh und Georg Pauli zu ihren Mitgliedern zählte.

1889 beteiligte er sich erneut mit Erfolg an der Weltausstellung, und überhaupt schien er in Paris Wurzeln geschlagen zu haben, die er nur im Sommer lockerte, um in Südschweden den Pinsel zu schwingen, doch 1909 kam es zu einer Rochade: Er ließ sich in Schweden nieder und besuchte regelmäßig Paris. Er starb dort 1921, sein Leichnam wurde nach Schweden überführt und auf dem Stockholmer Nordfriedhof beigesetzt. Hagborgs Bilder finden sich u.a. im Nationalmuseum in Stockholm sowie im Kunstmuseum Göteborg.

 

Verweise:

http://www.artnet.com/artists/august-vilhelm-nikolaus-hagborg/
https://www.bukowskis.com/en/bukipedia/2369-august-hagborg
https://www.hellenicaworld.com/Art/Paintings/en/AugustHagborg.html

August Hagborg: ein schwedischer Realist in Paris https://art-depesche.de/images/2022/1026/August_Hagborg_-_Bestattung_in_einem_Dorf_am_Kanal.jpg Ruedi Strese