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„Pierre-Joseph Redouté „Lilium superbum“, Lithographie“

Berlin - Die Familie Redouté brachte eine ganze Anzahl von Malern hervor. Wirklich bedeutend wurde Pierre-Joseph Redouté, welcher es mit seinen botanischen Aquarellen bis zur Ehrenbezeichnung als „Raffael der Blumen“ brachte.
Er begann sein Leben im Juli 1759 in St. Hubert. Der Ort gehörte damals zum Herzogtum Luxemburg, heute zu Belgien. Sein Vater und Großvater waren bereits Maler, der ältere Bruder war als Dekorateur und Bühnenbildner tätig. Im Alter von 13 Jahren verließ er das elterliche Haus, um sich selbst mit Porträts, Raummalerei und ähnlichem ein Einkommen verschaffen. Eine formale Ausbildung hatte er nie genossen.

1782 ging er allerdings nach Paris, um seinen Bruder als Dekorateur und Bühnenmaler zu unterstützen. Er machte die Bekanntschaft der Botaniker Charles Louis L'Héritier der Brutelle und René Desfontaines, welche ihn dazu brachten, sich vermehrt mit der Blumenmalerei zu befassen; insbesondere L'Héritier wurde zu seinem Lehrer in der detaillierten botanischen Analyse und brachte ihn zudem mit Mitgliedern des Versailler Hofes in Verbindung, wo er durch Königin Marie Antoinette gefördert wurde. Ein weiterer Lehrer wurde der botanische Künstler Gerard van Spaendonck, der insbesondere auf seine Aquarelltechnik Einfluß hatte.
1786 begann er, im Nationalmuseum für Naturgeschichte zu arbeiten, für welches er die Sammlungen von Pflanzen und Tieren katalogisierte und an Expeditionen teilnahm.1787 ging er für ein Jahr nach London und lernte in den nahegelegenen Königlichen Botanischen Gärten von Kew. Die blutige Revolution beeinflußte seine Künstlerkarriere in erstaunlich geringem Maße, vielleicht, da sein Hauptarbeitsfeld eher der wissenschaftliche Bereich als der Hof war; so fand er 1792 Anstellung bei der Französischen Akademie der Wissenschaften.

1798 begann Kaiserin Joséphine de Bauharnais, erste Frau Napoleons, ihn zu unterstützen, und wenige Jahre später stieg er offiziell zu „ihrem“ Künstler im Schloß Malmaison auf. 1809 war er für einige Zeit als Lehrer der Malerei der Kaiserin Marie-Louise von Österreich tätig. Der Tod der Kaiserin Joséphine 1814 bedeutete für ihn einen empfindlichen Rückschlag, allerdings erhielt er 1822 eine Stelle als Meister der Zeichenkunst am Nationalmuseum für Naturgeschichte, wo er nicht wenige Aristokraten unterrichtete und 1825 selbst zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Er starb im Juni 1840 in Paris, in hohem Ansehen.
Pierre-Joseph Redouté gilt weithin als einer der bedeutendsten Blumenmaler aller Zeiten und Mitbegründer der botanischen Blumenmalerei, wobei er sich in den letzten Jahren seines Lebens von der wissenschaftlich geprägten Malerei, von der seine wirklichkeitsnahen Tafeln zu den Liliengewächsen und Rosen als die wichtigsten gelten, abwandte und sich den Blumenmotiven von einem zunehmend ästhetisch-künstlerischen Blickwinkel näherte.

Pierre-Joseph Redouté - „le Raphael des fleurs“ https://art-depesche.de/images/Lilium_superbum_Lithographie_Pierre-Joseph_Redoute_1024px.jpg Ruedi Strese