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Das Museum Berggruen im Stülerbau West

Berlin – Das Museum Berggruen besitzt eine bedeutende Sammlung von Werken der klassischen Moderne, vor allem von Picasso, Matisse und Paul Klee. Nun wird das Gebäude jedoch saniert, und ein Großteil der Sammlung soll bis 2025 auf Reisen gehen. Einige ausgesuchte Werke werden jedoch in der benachbarten Sammlung Scharf-Gerstenberg und anderen Standorten der Nationalgalerie zu sehen sein.

Im Herbst hat die Sanierung des Stülerbaus West, welcher als Kopfbau des Museums Berggruen fungiert, begonnen. Gemeinsam mit seinem Zwillingsbau, dem Stülerbau Ost, welcher die Sammlung Scharf-Gerstenberg enthält, gehört der von dem preußischen Baubeamten Friedrich August Stüler (1800-1865) geschaffene Bau gegenüber vom Schloß Charlottenburg zu den Prachtstücken des Berliner Klassizismus. Die Sammlung Berggruen ist dort seit 1995 zu sehen.

Bis 2025 sollen die Sanierungsarbeiten gehen. Auf der Seite der mit der Projektsteuerung betrauten „Bureau Veritas Construction Services GmbH“ lesen wir:

„Im Zuge der aktuellen Maßnahme wird das Gebäude – insbesondere in Bezug auf die erforderlichen klimatischen Bedingungen – unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes ertüchtigt, um für die Ausstellung der wertvollen Kunstwerke optimale Rahmenbedingungen zu schaffen. Hierzu zählen unter anderem die Erneuerung der kompletten Haustechnik, die Instandsetzung des Gründungsbauwerks sowie die Sanierung und Herrichtung der Fassade einschließlich Fenster, Attika, Tympanon, Dach und Monopteros.“

Die Nationalgalerie, zu welcher auch das Museum Berggruen gehört, nutzt die Zeit der Sanierung des Hauses für eine ausgiebige Tournee. Zunächst sollen 97 Werke aus den Beständen in Tokio, Osaka, Shanghai und Peking gezeigt werden, darunter die Hauptwerke „Der Gelbe Pullover“ (1939) und „Großer liegender Akt“ (1942) von Pablo Picasso, „Portrait de Madame Cézanne“ (1885) von Paul Cézanne und „Die Seilspringerin“ (1952) von Henri Matisse.

In Tokio und Osaka wird die schlicht „Die Sammlung Museum Berggruen/Nationalgalerie Berlin“ betitelte Präsentation zudem um elf Werke aus japanischen Sammlungen erweitert werden. Ab Herbst 2024 wird das Museum Berggruen im Musée de l’Orangerie in Paris zu Gast sein.

Während das Interesse an frühmoderner westlicher Kunst in Japan so alt ist wie diese Kunst selbst, ist sie in China bislang wenig gezeigt worden, wohingegen Paris damals bekanntermaßen selbst Kristallisationspunkt der Entwicklung war.

Klaus Biesenbach, Direktor der Neuen Nationalgalerie, erklärt: „Die Ausstellungstour des Museum Berggruen ist eine großartige Möglichkeit, die Berliner Werke in einem weiteren Kontext mit neuen Kunstinteressierten zu teilen, und unterstützt so hervorragend den Auftrag der Nationalgalerie als wichtige Sammlung mit internationaler Bedeutung sichtbar zu sein.“

Allerdings müssen die Berliner nicht auf alle Bilder aus der Berggruen-Sammlung verzichten. Unter anderem stellt das Haus Scharf-Gerstenberg einen Raum im ersten Obergeschoß für eine kleine Auswahl zur Verfügung, darunter reihen sich rund um Alberto Giacomettis Bronze „Große stehende Frau III“ (1960) Werke von Pablo Picasso, Paul Klee, Henri Matisse und Paul Cézanne.

 

Verweise:

https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/sammlung-scharf-gerstenberg/ausstellungen/detail/das-museum-berggruen-zu-gast-in-der-sammlung-scharf-gerstenberg/
https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-berggruen/ueber-uns/nachrichten/detail/museum-berggruen-ausstellungstournee-und-sanierung-des-stuelerbaus-bis-2025/
https://www.bureauveritas.de/construction-services/projekte-und-referenzen/museum-berggruen-stuelerbau-west-berlin

Sanierung und Tournee: Aktuelles vom Museum Berggruen https://art-depesche.de/images/2022/1222/Das_Museum_Berggruen_im_Stuelerbau_West.jpg Ruedi Strese