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Arthur Hughes „Fair Rosamund“ (Öl auf Pappe, 1854, 40,3 cm x 30,5 cm, National Gallery of Victoria, Melbourne, Australien)

Berlin – Wir hatten unseren Lesern bereits einige Maler des britischen Präraffaelitismus vorgestellt. Auch der heutige Protagonist unserer Reihe kleiner Künstlerbiografien wird jener Strömung zugeschlagen und schuf eine große Menge recht märchenhafter Gemälde, Handzeichnungen und Buchillustrationen.

Arthur Hughes war der Name des 1832 in London geborenen Menschen. Er besuchte ab 1838 die Grammar School des Erzbischofs Tenison, und bereits in recht früher Kindheit fanden seine zeichnerischen Fähigkeiten Beachtung. So konnte er sich bereits 1846, gerade 14 Jahre alt, an der Kunstschule in Somerset House einschreiben und erhielt von Alfred Stevens, einem in Belgien geborenen Maler des Realismus, ersten professionellen Kunstunterricht.

Bereits ein Jahr später soll er dann an den „Antique Schools“ der Royal Academy studiert haben, und 1849 verschaffte ihm nicht nur eine seiner Zeichnungen eine Silbermedaille, auch wurde gleich sein erstes Gemälde „Musidora“, er zählte erst 17 Jahre, an der Akademie ausgestellt. Dies markierte den Beginn regelmäßiger Beteiligungen an den Ausstellungen der Akademie; später kamen die Grosvenor Gallery und die New Gallery als Präsentationsorte hinzu.

Es war bereits in jener frühen Zeit an der Akademie, als er sich nach der Lektüre der Zeitschrift „The Germ“ für die präraffaelitische Bruderschaft zu interessieren begann. Es heißt, sein Gemälde „Ophelia“ habe neben dem gleichnamigen Bild von John Everett Millais gehangen, worauf die beiden Maler Freunde wurden; Hughes diente Millais auch als Modell für dessen Gemälde „The Proscribed Royalist“.

Obgleich Hughes nie formal Mitglied der Bruderschaft wurde, sind sowohl die stilistische als auch die persönliche Nähe unbestreitbar gegeben; zu seinem Umfeld gehörten neben Millais auch Alexander Munro, Dante Gabriel Rossetti und Ford Madox Brown.

Auch Tryphena Foord, das Modell für seine Gemälde „Springtide“ (1855) und „April Love“ (1856) lernte er früh kennen. Die beiden heirateten 1855 und schufen fünf Kinder, von welchen eines, Arthur Foord Hughes, später selbst als Genre- und Landschaftsmaler in die Fußstapfen des Vaters treten sollte.

Neben seinen, dem präraffaeitischen Stil entsprechend, symbolhaft-mystischen und akribisch ausgearbeiteten Gemälden schuf Hughes etliche Zeichnungen, welche als meisterlich eingestuft werden, zudem illustrierte er einige Kinder- und Jugendbücher, darunter „Die Prinzessin und der Kobold“ von George Macdonald sowie weitere von Christina Rossetti. Arthur Hughes starb 1915 in London.

 

Verweise:

https://www.ngv.vic.gov.au/explore/collection/work/4069/
https://www.ngv.vic.gov.au/explore/collection/artist/1034/
https://art-depesche.de/malerei/698-henry-wallis-aus-der-hochzeit-der-präraffaeliten.html
https://art-depesche.de/malerei/618-evelyn-de-morgan-späte-blüte-der-präraffaeliten.html
https://art-depesche.de/malerei/261-einer-der-bedeutendsten-präraffaeliten-john-collier.html
https://art-depesche.de/malerei/748-john-william-inchbold-ein-viktorianischer-landschafter.html
https://art-depesche.de/malerei/272-der-präraffaelit-arthur-hacker.html

Arthur Hughes: Präraffaelitische Mystik https://art-depesche.de/images/2022/1229/Arthur Hughes - Fair Rosamund.jpg Ruedi Strese