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Adolf Meckel von Hemsbach „Das Aquädukt von Zaghouan“ (Öl auf Leinwand, 1891, 91,5 cm x 121 cm)

Berlin – Der frühe deutsche Impressionismus war alles andere als eine Kopie der französischen Lichtmalerei, mit Adolph von Menzel als bedeutendstem Vorreiter fand er in Eugen Bracht, Max Liebermann, Lovis Corinth, Julius Jacob dem Jüngeren und vielen anderen würdige und originelle Vertreter. Zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist unser heutiger Protagonist, der zu Lebzeiten vor allem als Maler des Orients in Erscheinung trat.

Geboren wurde Adolf Meckel von Hemsbach (auch, wohl fälschlicherweise: Adolf von Meckel) 1856 in Berlin. Sein Vater war Johann Heinrich Meckel von Hemsbach, Professor der pathologischen Anatomie; seine Mutter Theophile entstammte dem kurländischen Adelsgeschlecht der von Denffer. Ein Vorfahr war auch Johann Friedrich Meckel der Ältere, welcher nicht nur der erste einer ganzen Dynastie von Anatomen war, sondern als solcher auch die Meckelsche Sammlung begründet hatte.

Da der Vater bereits im Jahr der Geburt des Jungen gestorben war, wuchs dieser bei den Großeltern mütterlicherseits in Sankt Petersburg auf. Seinen ersten Zeichenunterricht soll er erst Jahre später in Stuttgart gehabt haben, wo er auf das Gymnasium ging. Sein Malereistudum absolvierte er an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei dem wohl bekanntesten norwegischen Landschaftsmaler der Romantik, Hans Fredrik Gude.

Zum künstlerischen Erweckungserlebnis geriet ihm eine Reise in den Orient 1880/81, wobei er gemeinsam mit dem grandiosen und stilistisch verwandten Eugen Bracht und dem Wiesbadener Realisten Carl Cowen Schirm Ägypten, Palästina, die Küste des Toten Meeres und Jordanien besuchte.

Das flimmernde Licht der Sonne des Orients brachte geradezu optimale Voraussetzungen mit sich, um die Landschaften und Genreszenen in lockerem, impressionistischen Pinselstrich festzuhalten. Es folgten weitere Orientreisen, wobei er unter anderem die Maghreb-Staaten und das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster am Fuße des Sinai besuchte.

Die orientalischen Gemälde fanden bei den regelmäßigen Ausstellungsbeteiligungen an der Akademie und den Großen Kunstausstellungen in Berlin, im Münchner Glaspalast, Dresden, Stuttgart und Wien guten Anklang. Nach seiner ausgesehnten Reisephase ließ er sich in Karlsruhe nieder, 1892 ging es dann nach wieder Berlin.

Die Heimatstadt scheint Meckel allerdings künstlerisch kaum interessiert zu haben; lediglich ein einziges Bild („Die englische Gasanstalt an der Spree“ von 1891) zeigt eine Ansicht Berlins. Allerdings gehört dieses Bild, welches in seiner diffusen Atmophäre nicht wenig an J.M.W. Turner erinnert, zu den bemerkenswertesten Arbeiten des Künstlers.

Meckel nahm sich 1893 das Leben, nachdem er vier Bilder bei der Großen Berliner Kunstausstellung untergebracht hatte. Der Kunsthistoriker Friedrich von Boetticher schrieb dazu: „Die Zurückweisung eines angemeldeten fünften Bildes, welche der Künstler als eine tiefe Kränkung empfand, soll seinen frühen Tod veranlaßt haben.“ Doch auch von tiefem Herzenskummer ist zu lesen ...

 

Verweise:

http://www.artnet.de/künstler/adolf-von-meckel/
https://www.neumeister.com/kunstwerksuche/kunstdatenbank/ergebnis/678-258/Adolf%2Bvon-Meckel%2B%2528Meckel%2Bvon%2BHemsbach%2529/?print
http://www.artcyclopedia.com/artists/meckel_adolf_von.html

Adolf Meckel von Hemsbach: Ein deutscher Impressionist im Orient https://art-depesche.de/images/2022/1231/Adolf_Meckel_von_Hemsbach_Aquaedukt_von_Zaghouan_1891.jpg Ruedi Strese