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Hermann Corrodi „Karawane im Sturm“ (Öl auf Leinwand, 65,5 cm x 127 cm)

Berlin – Wieder einmal möchten wir Ihnen, liebe Leser, einen akademischen Salonmaler des 19. Jahrhunderts vorstellen. Dieser war mit seinen großformatigen Landschaften, oft mit exotischen Szenerien, zu Lebzeiten in den führenden Adelskreisen Europas über alle Maßen geschätzt ...

Geboren wurde Hermann David Salomon Corrodi 1844 in Frascati, Italien (auch von Zürich ist zu lesen) als Sohn des recht bekannten italo-schweizerischen Landschaftsmalers Salomon Corrodi. Er begann sein Kunststudium gemeinsam mit Bruder Arnold in Genf, wo er unter anderem von dem bedeutenden romantischen Landschafter Alexandre Calame unterrichtet wurde.

Mit seinem Bruder bereiste er Europa, und 1866 ging es wieder nach Rom. Corrodi setzte die Ausbildung bei seinem Vater fort, der dort an der Accademia di San Luca lehrte, und 1872 beendete er, wieder vom Bruder begleitet, sein offizielles Studium in Paris.

Der Vater war sehr gut vernetzt, und diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, daß Hermann dem englischen Königshaus vorgestellt wurde und dort einige Landschaftsbilder verkaufen konnte. Mit Königin Victoria ergab sich gar etwas wie eine persönliche Freundschaft, und die Prinzessin Alexandra erhielt von ihm Zeichenunterricht. Auch in anderen europäischen Königshäusern und Adelsfamilien fand er Abnehmer.

Der jüngere Bruder Arnold Corrodi verstarb jedoch 1874 bereits, und Hermann, den der Tod des Bruders sehr getroffen hatte, stellte das Malen zunächst ein. Bei einem späteren Brand in seinem Haus (1892) sollte auch noch der Nachlaß des Bruders den Flammen zum Opfer fallen, so daß uns das Erbe dieses Künstlers ein Mysterium bleiben muß.

Erst 1876 begann Hermann wieder mit der Malerei. Er reiste weiterhin viel, behielt dabei den Hauptwohnsitz in Rom, wo er als Professor und ab 1893 Ehrenmitglied der Accademia di San Luca in des Vaters Fußstapfen trat. Die Sommermonate verbrachte er hingegen gerne in Hamburg und Baden-Baden.

Bedeutend wurden seine künstlerischen Reisen durch die europäischen Mittelmeerstaaten, nach Zypern, in die Türkei, nach Syrien und Ägypten und selbst in den Fernen Osten. Vor allem der westasiatisch-arabische Raum inspirierte ihn zu zahlreichen Gemälden mit Landschaften und Genreszenen, so daß sein Schaffen heute vornehmlich mt dem Orientalismus in Verbindung gebracht wird.

Sein Stil kann dabei der spätromantischen und akademisch-realistischen Malerei zugerechnet werden und zeigt vor allem eine meisterliche Beherrschung von Farben und Licht sowie Präzision in der Zeichnung. Corrodi starb 1905 in Rom und wurde auf dem Protestantischen Friedhof der Stadt beigesetzt.

 

Verweise:

https://www.van-ham.com/de/kuenstler/hermann-corrodi.html
https://www.lempertz.com/de/kataloge/kuenstlerverzeichnis/detail/corrodi-hermann-david-salomon.html
https://www.artnet.com/artists/hermann-david-salomon-corrodi/
https://www.dorotheum.com/de/k/hermann-david-salomon-corrodi/
https://artvee.com/artist/hermann-david-salomon-corrodi/

Hermann Corrodi: Schweizer Landschaftsmaler im Orient https://art-depesche.de/images/2023/0107/Hermann Corrodi - Karawane im Sturm.jpg Ruedi Strese