37. Dezembersalon in der Galerie Taube

Ulrich Härter: »Paris, Notre Dame« (Öl, 100 x 65 cm, 1955) | Quelle: www.galerie-taube.de

Die Galerie Taube in Berlin wurde bereits 1973 von Klaus Märtens ins Leben gerufen, mit der erklärten Zielrichtung, der gegenständlichen Malerei ein Forum zu bieten, was damals, als die Abstrakte Moderne nicht nur eine von mehreren Optionen war, sondern eine geradezu unantastbare Stellung genoß, weitaus unüblicher war, als heutzutage. Mit derweil also über 42 Jahren des Bestehens kann man hier eine beachtliche Kontinuität aufweisen. Zu den Namen, welche im Zusammenhang mit der Taube genannt werden können, sind Eddy Smith, Heiner Lerch, Akira Nakao, Eberhard Franke, Georg Kupke, Rudi Lesser, Edwin Dickman, Ye Liu, Adelchi-Riccardo Mantovani...

Seit mittlerweile 1979 besteht mit dem Dezembersalon eine alljährliche Jahresendschau, welche die  in der Galerie vertretenen Künstler in einer Ausstellung vereint. Diese Tradition wird auch 2015 weitergeführt.
Dabei ist die Spanne der gezeigten Werke bewußt breit gehalten. Es gibt alte und neue Werke, Radierungen, Aquarelle, Ölgemälde, Kupferstiche, Pastelle, Plastiken. Im Zentrum steht „Notre Dame“, ein farbenprächtiges Ölgemälde des Karl Hofer-Meisterschülers Ulrich Härter, welches 1955, also in Hofers Todesjahr, entstand und seinerzeit auf der Juryfreien Kunstausstellung in Berlin gezeigt wurde. Jüngst fand es seinen Weg in die Galerie Taube.
Ansonsten gibt es unter anderem sechs Aquarelle Klaus Jurgeits, darunter drei Porträts und drei Darstellungen von Berliner (Hinter-Höfen), wobei letztere weit mehr überzeugen. Reizvoll sind zwei kleine Männerporträts in Öl von Klaas Bosch; die bereits verstorbenen Peter Hahlbrock und Eberhard Franke sind gleichsam vertreten, letzterer mit zwei Kaltnadelradierungen. Ätherisch-verträumt wirkt ein kleines Ölbild des in Berlin lebenden Russen Iwan Rogow, einen unverkennbar eigenen, verfremdeten Stil von Stadtansichten zeigt der Schweizer Rudolf Stüssi in einem Aquarell und einem Ölgemälde, beide Arbeiten aus diesem Jahr. Das eindeutige Glanzlicht ist für den Verfasser eine kleine, brilliante Aktstudie Mantovanis aus dem Jahr 1978.
Der Dezembersalon wird bis zum 30. Januar 2016 zu besichtigen sein, für 3,- € erhalten Besucher den kleinen Katalog sowie ein Plakat zur Ausstellung. Die Galerie Taube befindet sich in der Pariser Straße 54 in 10719 Berlin und ist von Dienstag bis Freitag 16 - 19 Uhr, sowie Samstag 11 - 14 Uhr geöffnet. Termine zu anderen Zeiten sind nach Vereinbarung möglich (Telefon 030 - 883 56 94 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Verweise:
http://www.dezembersalon.de
http://www.galerie-taube.de